Gas bleibt enorm teuer, was wiederum Konzerne wie etwa den norwegischen Energieriesen Equinor freuen dürfte: Die europäischen Gaspreise liegen aktuell wieder nahe 100 Euro je Megawattstunde. Der richtungweisende TTF-Kontrakt erreichte am Mittwoch kurzzeitig diese Marke – den höchsten Stand seit Dezember 2022.
Sorgen um die Versorgung, niedrige Speicherstände und die bevorstehende Heizperiode halten die Preise dennoch auf hohem Niveau. Ein wesentlicher Unsicherheitsfaktor ist die Straße von Hormus. Der Schiffsverkehr durch die wichtige Route für Flüssigerdgas aus dem Persischen Golf ist massiv gestört; besonders Lieferungen aus Katar sind betroffen. Am Donnerstag meldete die britische Schifffahrtssicherheitsbehörde UKMTO ein brennendes Schiff vor Oman. Irans Revolutionsgarde behauptete außerdem, eine US-Drohne östlich der Meerenge abgeschossen zu haben. Die Meldungen verstärken die Sorge vor einer weiteren Eskalation und stützen den Risikoaufschlag auf Gas.
Hinzu kommt, dass Europas Gasspeicher Ende Oktober nur zu rund 75 Prozent gefüllt waren, in Deutschland sogar nur zu 62 Prozent – deutlich weniger als üblich. Kältere Wetterprognosen könnten den Heizbedarf erhöhen. Europa muss deshalb zusätzliche LNG-Ladungen beschaffen und tritt dabei in Konkurrenz zu asiatischen Abnehmern. Weitere Störungen würden die Beschaffung verteuern und das Auffüllen der Reserven erschweren.
Equinor profitiert indes vom angespannten Markt. Der Energiekonzern meldete am Mittwoch für das dritte Quartal ein bereinigtes operatives Ergebnis von 12,35 Milliarden US-Dollar – fast doppelt so viel wie im Vorjahreszeitraum. Der bereinigte Nettogewinn lag bei 2,86 Milliarden Dollar. Höhere Preise für Flüssigkeiten und europäisches Gas gaben dem Ergebnis Auftrieb. Zugleich hob Equinor die Prognose für das Produktionswachstum 2026 von drei auf rund vier Prozent an.
DER AKTIONÄR hält an seiner Einschätzung fest: Die Equinor-Aktie ist mit einem 2027er-KGV von 10 immer noch relativ günstig. Zudem ist das Chartbild des norwegischen Energieriesen weiterhin aussichtsreich. Die Dividendenperle bleibt daher attraktiv (Stoppkurs: 31,00 Euro).
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