Europäisches Erdgas verteuerte sich am Montag erneut und erreichte den höchsten Preis seit mehr als drei Jahren. Dementsprechend ziehen auch die Anteilscheine des größten westeuropäischen Erdgasproduzenten Equinor aus Norwegen weiter an und markierten nun ein weiteres Rekordhoch.
Der für den Markt maßgebliche TTF-Future mit Lieferung in einem Monat kostete an der Amsterdamer Börse 89,57 Euro je Megawattstunde. Damit lag die Notierung rund zwei Prozent über dem Schlusskurs vom Freitag. In jüngster Zeit hatte der Gaspreis bereits wiederholt neue Mehrjahreshochs markiert. Zur Preisentwicklung tragen vor allem die zunehmenden Risiken für den Schiffsverkehr in der Straße von Hormus bei. Die britische Marine meldete zuletzt, dass zwei Tanker im Persischen Golf getroffen worden seien. Auch in den vergangenen Tagen gab es mehrere Angriffe auf Handelsschiffe. Dadurch wird der Transport wichtiger Energierohstoffe aus den Förderregionen des Persischen Golfs durch die Meerenge erschwert. Zudem stützen verstärkte Käufe zum Auffüllen der Speicher vor dem Winter die Notierungen.
Seit Monatsbeginn zeigt die Preisbewegung überwiegend nach oben: Erdgas hat sich in diesem Zeitraum um etwa ein Viertel verteuert. Gegenüber Jahresbeginn hat sich der europäische Gaspreis ungefähr verdreifacht. Einen besonders starken Sprung hatte es zuletzt zu Beginn des Ukraine-Kriegs gegeben. Damals stiegen die Preise allerdings auf deutlich höhere Werte und erreichten mehr als 300 Euro je Megawattstunde.
Zusätzlichen Einfluss hat die Beschaffungspolitik Deutschlands, der größten Volkswirtschaft Europas. Im vergangenen Monat erhielt das staatliche Unternehmen SEFE Securing Energy for Europe den Auftrag, weiteres Gas für die Speicher zu beschaffen. Diese Nachfrage trägt ebenfalls zur Stützung der Preise bei. Die deutschen Gasspeicher sind derzeit zu 61 Prozent gefüllt; zum gleichen Zeitpunkt vor einem Jahr lag der Füllstand noch bei 75,43 Prozent.
Es bleibt dabei: Die Gas-Knappheit spielt Equinor weiterhin voll in die Karten. Die mit einem 2027er-KGV von 10 immer noch relativ günstige Dividendenperle ist ein attraktives Investment, zumal auch der Chart des norwegischen Energieriesen weiterhin aussichtsreich ist. Der Stoppkurs kann vorerst noch bei 27,00 Euro belassen werden.
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