Der DAX dürfte heute mit einem Plus von 0,6 Prozent in den Tag starten. Gestern hatte sich der Leitindex trotz steigender Anleiherenditen gut behauptet und schloss 0,1 Prozent fester bei 25.399 Punkten, nachdem er am Vormittag bis auf 25.617 Punkte gestiegen war. Die Vorgaben sind gemischt: Die Wall Street schloss uneinheitlich.
In Tokio legte der Nikkei heute früh zu. Rückenwind kam gestern aus der KI-Branche. Der durchgesickerte Börsenprospekt von Anthropic nennt Infrastrukturverpflichtungen von 518 Milliarden Dollar, und US-Präsident Donald Trump setzt nach einem Treffen mit den Chefs der großen KI-Häuser auf freiwillige Selbstregulierung statt neuer Gesetze. Infineon gewann 4,8 Prozent, Siemens Energy 3,5 Prozent. Die Kehrseite zeigte der Anleihemarkt: Die Rendite 30-jähriger US-Staatsanleihen stieg auf 5,60 Prozent, den höchsten Stand seit 2002.
Im Mittelpunkt stehen heute die Preisdaten. Um 14:00 Uhr legt das Statistische Bundesamt die vorläufige Inflationsrate für September vor; von Dow Jones befragte Volkswirte erwarten 3,2 Prozent nach 2,9 Prozent im August. Um 14:30 Uhr folgen in den USA die Konsumausgaben samt Preisindex. Um 22:00 Uhr legt Micron Zahlen vor, der Konsens liegt mit 31,35 Dollar Gewinn je Aktie bereits über der eigenen Prognose des Konzerns. „Trotz der zuletzt aufgekommenen Zweifel an Wachstum, Investitionen und Bewertungen bleibt die KI-Story für viele Investoren attraktiv“, sagte Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst bei CMC Markets, gestern mit Blick auf die Technologiewerte. Unter den Unternehmen legt Gerresheimer vorläufige Zahlen zum zweiten Quartal vor, BMW setzt seinen Kapitalmarkttag fort.
Anleger dürften zudem weiter die Vortagesgewinner und -Verlierer im DAX im Blick haben. Vorn lag Infineon, am Indexende stand Fresenius nach einer Warnung der US-Arzneimittelbehörde FDA für die Sparte Kabi. Bayer verlor, nachdem die Deutsche Bank für das dritte Quartal einen Rückgang des operativen Ergebnisses um zehn Prozent erwartet. Im MDAX sprang Hapag-Lloyd nach einer erneuten Prognoseanhebung um 9,7 Prozent nach oben.
Darüber hinaus dürften die möglichen Übernahmestorys um Commerzbank und Unicredit, Evonik und BASF sowie nun auch Uniper und RWE im Blickpunkt der Marktteilnehmer bleiben.
Am Ölmarkt setzte sich die Entspannung fort. Brent kostete am Abend rund 103 Dollar je Barrel, 2,6 Prozent weniger als am Vortag; in der Nacht gaben die Preise nach Berichten über mögliche Lockerungen der Russland-Sanktionen weiter nach. Gold verteuerte sich um 1,5 Prozent auf 4.176 Dollar je Unze, Bitcoin notierte bei rund 84.000 Dollar.
An der Wall Street verlor der Dow Jones gestern 0,3 Prozent auf 51.350 Punkte, der S&P 500 gab 0,2 Prozent auf 7.671 Punkte nach, der Nasdaq 100 gewann 0,2 Prozent auf 30.339 Punkte. Belastet hatte das Verbrauchervertrauen, das auf den tiefsten Stand seit 2014 fiel. Carnival sprang nach starken Zahlen im frühen Handel um 11,7 Prozent nach oben.
In Asien zeigt sich heute früh ein gemischtes Bild. Der Nikkei gewann 1,0 Prozent, der Kospi gab 0,1 Prozent nach, der Hang Seng trat auf der Stelle, Shanghai legte 0,3 Prozent zu. Chinas staatlicher Einkaufsmanagerindex für die Dienstleister übertraf mit 50,2 Punkten die Erwartungen deutlich. Ab morgen ruht der Handel in Festlandchina wegen der Feiertage zum Nationalfeiertag bis zum 7. Oktober.
DER AKTIONÄR wird im Laufe des Tages über sämtliche wichtige Entwicklungen und Neuigkeiten an den nationalen und internationalen Märkten berichten.
Heute, 06:37
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