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26.08.2021 Fabian Strebin

DWS Group: Aktie im freien Fall - massive Anschuldigungen aus den USA

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DWS Group

Die DWS Group ist einer der größten europäischen Vermögensverwalter, das Management um CEO Asoka Wöhrmann hatte die Deutsche-Bank-Tochter in den letzten Jahren auf Effizienz getrimmt. Auch beim Trendthema Nachhaltigkeit ist der Konzern gut aufgestellt. Doch dieses Image bekommt nun Risse, denn US-Behörden haben Ermittlungen aufgenommen. Die Papiere stürzen brutal ab.

Ein Bericht des Wall Street Journal über das Anlage-Management der DWS schickt heute deren Aktienkurs nach unten. Dem Artikel zufolge soll die DWS die Angaben zu Nachhaltigkeitskriterien beim Asset Management zu hoch angesetzt haben. Die frühere Chefin der Abteilung für Nachhaltigkeit, Desiree Fixler, habe zuvor angegeben, dass DWS Investitionen auf Basis von Nachhaltigkeitskriterien überbewertet habe, hieß es in dem Bericht. Die Untersuchungen durch US-Behörden, zu denen auch die Börsenaufsicht SEC zähle, befänden sich in noch einem frühen Stadium.

Kein Kommentar

Das Journal beruft sich auf Dokumente und Fixler, dass die DWS Probleme mit ihrer Strategie für ökologische, soziale und Governance-Investitionen habe und Investoren bisweilen ein zu rosigeres Bild die Realität gezeichnet habe. Ein Sprecher der DWS sagte, die Firma kommentiere keine Fragen im Zusammenhang mit Rechtsstreitigkeiten oder behördliche Angelegenheiten.

Weniger ESG als gedacht?

So erklärte die DWS in ihrem im März veröffentlichten Jahresbericht 2020, dass mehr als die Hälfte ihrer 900 Milliarden Dollar an Vermögenswerten zu diesem Zeitpunkt nach einem System investiert waren, bei dem Unternehmen anhand von ESG-Kriterien eingestuft werden. Eine interne Bewertung, die einen Monat zuvor durchgeführt wurde, besagte, dass nur ein Bruchteil der Anlageplattform das ESG-Integration genannte Verfahren angewandt habe, so das Wall Street Journal weiter. Es gebe keine quantifizierbare oder überprüfbare ESG-Integration für wichtige Anlageklassen bei der DWS.

DWS wehrt sich

Ein DWS-Sprecher sagte, dass die Firma zu ihrem Jahresbericht stehe und dass eine Untersuchung durch eine Drittfirma keine Substanz an Frau Fixlers Anschuldigungen gefunden habe. Er sagte, dass sich die Standards für die Definition von ESG-Anlagen ständig weiterentwickeln würden und dass die DWS vom Markt als konservativer als die meisten ihrer Konkurrenten bei der Definition wahrgenommen würde.

DWS Group (WKN: DWS100)

Die Meldungen über mögliche Fehltritte der DWS haben die Notierung auf Talfahrt geschickt: Die 100-Tage-Linie bei 38,86 Euro wurde bereits im frühen Handel durchbrochen, nun steuert der Kurs auf die nächste Unterstützung bei 36,90 Euro zu. Es handelt sich dabei um die 200-Tage-Linie. Ein Bruch würde ein stärkeres Verkaufssignal auslösen.

Wer investiert ist behält die Nerven und wartet ab. Der Stopp liegt bei 30,00 Euro und sollte beachtet werden. Neueinsteiger greifen nicht in das fallende Messer und bleiben an der Seitenlinie.


Mit Material von dpa-AFX.