Walt Disney dreht an der Kostenschraube. Der Unterhaltungsriese bereitet eine neue Kündigungswelle vor, die Tausende Mitarbeiter treffen könnte. Das Management hat Führungskräfte aufgefordert, Einsparungen von bis zu 20 Prozent der jährlichen Kosten anzupeilen.
Die Einsparungen sollen über Stellenstreichungen und reduzierte Sachkosten erreicht werden. Nicht alle Sparten trifft es gleich hart: Bereiche wie die TV-Sender, die Filmstudios und die Themenparks sind unterschiedlich stark betroffen. Der Grund: Disney hat den Aktionären für das laufende Geschäftsjahr ein zweistelliges Wachstum beim bereinigten Gewinn je Aktie in Aussicht gestellt.
Gleichzeitig will das Management um CEO Josh D’Amaro nicht nur kürzen, sondern umschichten. Ein Teil der freigesetzten Mittel soll direkt in neue Film- und TV-Produktionen, in Technologie sowie in das Geschäft mit Kreuzfahrtschiffen und Freizeitparks fließen.
Gesamte Branche unter Dauerdruck
Für den Konzern, der am Ende des vergangenen Geschäftsjahres weltweit 231.000 Menschen beschäftigte, ist der Schritt eine Fortsetzung früherer Sparrunden. Bereits in den letzten Jahren strich Disney Milliarden an Kosten. Betroffen waren alle Sparten, von Pixar und dem Sportsender ESPN über ABC bis hin zu den Filmstudios.
Auch das schrumpfende traditionelle Fernsehgeschäft drückt auf die Bilanzen. Während die Erlöse aus dem linearen TV einbrechen, verlangsamt sich das Wachstum bei den Abonnenten im Streaming. Entsprechend reagieren viele Unternehmen der Branche mit Personalkürzungen: Rivalen wie Netflix, Sony Pictures Entertainment, Paramount und Warner Bros. haben ihre Teams verkleinert. Zudem drängen finanzstarke Tech-Giganten wie Amazon und Apple sowie Online-Video-Plattformen mit Macht in das Geschäft um die Gunst der Zuschauer.
Der geplante Kahlschlag verdeutlicht den massiven Umbruch der Medienbranche. Disney befindet sich in einem Balanceakt: Der Konzern muss unprofitable Strukturen im TV-Geschäft abbauen, um die versprochene Gewinnsteigerung zu liefern. Nur mit einer niedrigeren Kostenbasis kann der Konzern ausreichend Kapital freisetzen, um im teuren Wettbewerb gegen Tech-Konzerne wie Apple und Amazon zu bestehen. Die Disney-Aktie ist derzeit keine laufende Empfehlung des AKTIONÄR.
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