Die Internationale Energieagentur (IEA) rechnet damit, dass Diesel weltweit bis in die zweite Hälfte 2027 knapp bleibt. Ihr Oktoberbericht verweist auf angespannte Märkte und außergewöhnlich starke Lagerabbauten vor dem Winter. Im September gingen die Dieselexporte global im Jahresvergleich um 700.000 Barrel pro Tag zurück.
Lieferungen aus Russland und dem Nahen Osten sanken um 1,3 Millionen Barrel täglich; andere Anbieter glichen dies nur teilweise aus. Das weltweite Defizit beträgt etwa eine Million Barrel pro Tag.
Hohe Preise bremsten zwar den Ölverbrauch, doch Diesel blieb gefragt. Die IEA betont, dass „die preisunelastische Dieselnachfrage stark geblieben ist“, gestützt durch staatliche Entlastungen. Niedrige Bestände und hohe Raffineriemargen deuteten auf zusätzlichen Vorratsbedarf hin. Selbst bei rasch steigender Raffinerieproduktion dürfte das Angebot im vierten Quartal 2026 nicht ausreichen. Eine deutliche Auffüllung der Lager erwartet die Agentur frühestens ab der zweiten Jahreshälfte 2027.
Mitte September kostete Diesel im Großhandel in Singapur mehr als 200 Dollar je Barrel. In Europa und den USA erreichten die Preise mit rund 220 Dollar Rekordwerte. Auch an den Zapfsäulen war Diesel in vielen Ländern so teuer wie nie. Transportengpässe könnten die Preise in Europa, Afrika und Lateinamerika weiter erhöhen.
In den USA überschritt der Dieselpreis im vergangenen Monat erstmals sechs Dollar je Gallone. Präsident Donald Trump erklärte, mit Wladimir Putin eine Vereinbarung über 300.000 Tonnen russischen Diesel für den Weltmarkt getroffen zu haben. Die Lieferung solle den Preisdruck infolge der kriegsbedingten Versorgungsengpässe lindern.
Die aktuelle Knappheit beim Diesel und in anderen Bereichen spielt natürlich breit aufgestellten Energieriesen wie etwa Shell oder Eni voll in die Karten. Die beiden Dividendenperlen sind nun auf neue Rekordstände geklettert. Und die Aussichten bleiben für die beiden immer noch günstig bewerteten Aktien gut. Zur Gewinnsicherung sollten Stoppkurse bei 36,00 Euro (Shell) beziehungsweise 19,00 Euro (Eni) platziert werden.
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