15.12.2016 Fabian Strebin

Deutsche-Bank-Tochter vor außergerichtlich Einigung: Was sollten Aktionäre jetzt tun?

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Deutsche Bank
Trendthema

Sal. Oppenheim, seit 2009 Tochter der Deutschen Bank, soll kurz vor einer außergerichtlichen Einigung mit Madeleine Schickedanz stehen, wie verschiedene Medien berichten. Hintergrund war ein Schadenersatz-Prozess in dem die Quelle-Erbin 1,90 Milliarden Euro von dem Geldhaus wegen Falschberatung forderte. Schickedanz hatte in den Arcandor-Konzern investiert, der 2009 Insolvenz anmelden musste. Die Investition sei gegen ihren Willen geschehen, so Schickedanz gegenüber den Medien. Die Deutsche Bank soll ihr nun laut Reuters einen zweistelligen Millionenbetrag als Entschädigung zahlen.

Nur Peanuts

Die Zahlung an Frau Schickedanz ist nichts im Gegensatz zu den Strafen, die der Deutschen Bank vor allem in den USA drohen. Dort steht eine Einigung im Hypothekenstreit noch immer aus. Erst hieß es von Seiten des Konzerns, dass man sich noch vor Weihnachten einigen wolle. Möglich scheint mittlerweile dagegen, dass es erst 2017 unter einem Präsidenten Trump zu einer Einigung kommt.

Für die drohende Strafe in den USA soll die Deutsche Bank zwei bis drei Milliarden Euro an Rückstellungen gebildet haben. Die USA hatten 14 Milliarden Euro gefordert. Am Ende dürfte man sich zwar eher in der Mitte treffen, die Bank bräuchte dann aber wohl eine Kapitalerhöhung oder müsste Konzernteile verkaufen. Probleme ziehen auch noch an einer anderen Front auf: Die Verschärfung der Eigenkapitalvorschriften nach Basel könnte zu einem Milliardenbedarf führen.

Tradingchance

Die Aktie der Deutschen Bank profitiert derzeit von der positiven Branchenstimmung seit Trump. Die Fed hat gestern wie erwartet den Leitzins um 0,25 Prozentpunkte erhöht und für 2017 drei weitere Zinsschritte in Aussicht gestellt, was die Kurse von Bankaktien weiter antreiben dürfte. Bei der Deutschen Bank sollten wegen der ausstehenden Milliardenstrafe aber nur Trader investieren. Spekuliert werden kann auf den Bruch des Widerstandes bei 18,70 Euro, das erste Ziel liegt dann bei 23,00 Euro. Konservative Anleger halten dagegen die Füße still bei der Aktie.

(Mit Material von dpa-AFX)