Bullenstark investieren
11.03.2021 Fabian Strebin

Deutsche Bank: So gibt Wirecard dem Finanzinstitut noch eine mit

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Deutsche Bank

Eigentlich soll ein Aufsichtsrat als Gremium den Vorstand kontrollieren und sich aus dem Tagesgeschäft heraushalten. Doch im Aufsichtsrat der Deutschen Bank gibt es nun wieder Stühlerücken. Allerdings geht es nicht um die Nachfolge von Aufsichtsratschef Paul Achleitner, sondern um die Nachwirkungen der Wirecard-Affäre. Alexander Schütz, Gründer von C-Quadrat, verlässt die Bank.

Schütz hatte an den damaligen Wirecard-CEO Markus Braun im Februar 2019 gemailt, er solle die Wirtschaftszeitung Financial Times für ihre kritischen Berichte gegenüber dem Zahlungsanbieter „fertigmachen“. Im Sommer 2020 ging Wirecard aber überraschend insolvent und Braun sitzt in Haft. Während der Aufarbeitung der Affäre im Bundestag wurde die Email von Schütz im Januar publik, die Deutsche Bank distanzierte sich daraufhin von ihm.

Schütz geht so schnell wie möglich

Schütz selbst erklärte nun gestern Abend: „Ich habe mich dazu entschieden, den Aufsichtsrat der Deutschen Bank zur nächsten Hauptversammlung zu verlassen. Es hat mir viel Spaß gemacht, die Zeit des Turnarounds der Deutschen Bank aktiv zu begleiten und das Managementteam neu mit auszurichten.“ Die Deutsche Bank kommentierte das nicht. Gegenüber dem Handelsblatt sagte aber ein Insider, dass sich der Aufsichtsrat heute treffe und möglicherweise schon ein Nachfolger für Schütz benannt werde.

Schütz saß seit Mai 2017 für die HNA Group aus China im Aufsichtsrat der Deutschen Bank. HNA war zeitweise mit rund zehn Prozent einer der Ankeraktionäre des Finanzinstitutes und ließ die Anteile von dem Vermögensverwalter Q-Quadrat managen, dessen Gründer Schütz ist. Bereits 2019 verkaufte HNA aber die Anteile und stieg komplett aus. Ein Restbestand wurde von Firmen, die Schütz zuzurechnen sind, gekauft.

Deutsche Bank (WKN: 514000)

Gestern wurde der Widerstand um 10,70 Euro geknackt. Mit der Verabschiedung des US-Konjunkturpakets sollten die Börsen nun ausreichend Rückenwind bekommen. Die Marke von 11,00 Euro bleibt in Reichweite. Nach unten hat sich indes das Verlaufshoch bei 10,50 Euro als Unterstützung herausgebildet.

Die Rotation von Techwerten hin zu Zyklikern und Coronaverlierern läuft weiter, denn in den USA ist der Konjunkturoptimismus groß. Das zieht auch die europäischen Märkte mit nach oben, auch wenn die Wirtschaftsdaten hier noch nicht so positiv sind wie in den USA. Die Deutsche-Bank-Aktie eignet sich gut, um das Szenario zu spielen.

Investierte Anleger beachten, dass der Stopp auf 7,00 Euro erhöht wurde. Das Kursziel steigt auf 15,00 Euro. Neueinsteiger zögern nicht und greifen zu.