22.10.2019 Nicola Hahn

Deutsche Bank: Schon wieder ein Skandal? – BGH-Urteil Ende Oktober erwartet

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Es war ein wahres Drama, als der damalige Deutsche Bank-Chef Rolf Breuer in einem Interview mit Bloomberg im Jahr 2002 die Kreditwürdigkeit des Medienkonzerns Kirch anzweifelte. Als das Unternehmen daraufhin wenige Monate später Insolvenz anmelden musste, war der Aufschrei groß. Was folgte war ein beispielloser Gerichtsprozess, der in einem Vergleich zwischen den beiden Parteien endete. 

925 Millionen Euro musste die Deutsche Bank letztendlich an die Kirch-Erben zahlen. Bald darauf übernahm die Staatsanwaltschaft München, denn die Bankmanager Josef Ackermann, Rolf Breuer und Jürgen Fitschen sollen sich vor ihrer Aussage untereinander abgesprochen haben. Das Urteil wird nun am 31. Oktober erwartet. Dann wird sich entscheiden, ob der Prozess neu aufgerollt werden muss.

Nennenswerten Einfluss auf den Kurs der Aktie hatte der Prozess bislang noch nicht. Ob weitere Strafzahlungen folgen werden, wird sich in den kommenden Tagen zeigen. 

Die Deutsche Bank steckt aktuell im größten Konzernumbau ihrer Geschichte. Zuletzt wurde über den Verkauf des Zertifikategeschäfts spekuliert, bei dem die französische Großbank BNP Paribas als großer Favorit gilt.

Die Aktie konnte in den vergangenen zwei Wochen wieder kräftiger zulegen. Nächste große Hürde ist nun das September-Hoch bei 7,66 Euro. Als charttechnische Unterstützung dient die 200-Tage-Linie, die aktuell bei 7,10 Euro verläuft. DER AKTIONÄR bleibt jedoch bei seiner Meinung: Langfrist-Anleger sollten die Aktie weiterhin meiden. 

Deutsche Bank (WKN: 514000)

(Mit Material von dpa-AFX)