08.04.2015 Andreas Deutsch

Deutsche Bank: In der Aktie steckt immer noch jede Menge Musik

-%
Deutsche Bank
Trendthema

32,7 Prozent hat die Aktie der Deutschen Bank im laufenden Jahr zugelegt. Trotzdem ist der Titel im Vergleich zu etlichen Konkurrenten immer noch recht günstig zu haben. Die Analysten der UBS trauen der Aktie des deutschen Marktführers im besten Fall sogar 40 Euro.

Dafür, so die UBS-Experten, bräuchte es drei Veränderungen: Kostensenkungen, stärkere Erlöse und niedrigere Aufwendungen für Rechtsstreitigkeiten. Hingegen reiche der Verkauf von Sparten nicht aus, um den realen Wert für die Aktionäre zu schaffen. Das wahrscheinlichste Szenario sei ein Bankentrennungsmodell, das zu einem fairen Aktienkurs von 30 Euro führen würde. Sollte sich der Vorstand der Deutschen Bank zu einem Börsengang oder einem Verkauf der Postbank entschließen, ergäbe sich ein Kursziel von 33 Euro. Dies hat laut UBS eine hohe Wahrscheinlichkeit.

Günstig bewertet, starker Chart

Trotz der Rallye ist die Deutsche Bank im Peer-Group-Vergleich immer noch günstig bewertet. Das Kurs/Buchwert-Verhältnis beläuft sich auf gerade mal 0,6, während die UBS auf ein KBV von 1,3, Barclays auf 0,8, Royal Bank of Scotland auf 0,7, Credit Suisse auf 1,0 und Goldman Sachs auf 1,1 kommen. Das 2016er-KGV der Deutschen Bank beläuft sich auf 9 – ebenfalls ein günstiger Wert.

Auch charttechnisch sieht es sehr gut aus für die Aktie. Der Titel notiert nur einen Hauch unterhalb des seit 2008 gültigen Abwärtstrends. Sobald er geknackt wird, generiert die Aktie ein massives Kaufsignal.

Kursziel: 40 Euro

Ohne Privatkundengeschäft mit Fokus auf Investmentbanking und Geschäft mit Großkunden? Oder eine beschleunigte Schrumpfkur, ohne Postbank und mit deutlich weniger Investmentbanking? Noch ist völlig unklar, wie die Deutsche Bank in der Zukunft aussehen wird. Nachdem bekannt geworden ist, dass Aufsichtsrat Paul Achleitner den Vorstand bei der Umstrukturierung unter großen Druck gesetzt hat, kann die Börse auf radikale Einschnitte hoffen. Besonders wichtig ist, dass die Deutsche Bank weiter massiv an der Kostenschraube drehen und weiter den Weg Richtung Digitalisierung gehen wird. DER AKTIONÄR sagt: Kaufen mit Kursziel 40 Euro. Der Stoppkurs sollte auf 26,50 Euro angehoben werden.

(Mit Material von dpa-AFX)

Buchtipp: Kurzfriststrategien für Anleger

Bekannt wurde er mit Langfriststrategien. Doch in seinem neuen Buch widmet sich Börsenexperte Thomas Gebert nun Kurzfriststrategien: Wie bekommt man die kurzfristigen Bewegungen der Aktienkurse in den Griff? Der Schlüssel liegt einerseits in einer speziellen Deutung der Candlestick-Charts, mit denen sich relative Stimmungsextreme diagnostizieren lassen, und andererseits in einem bestimmten Rhythmus, in dem die Kurse schwingen. Die Kombination, auf den emotionalen Umschwung zu warten und ihn zum richtigen Zeitpunkt zu erkennen, macht es möglich, die unmittelbare Richtung des DAX einzuschätzen. Gebert erklärt zudem, wie er zu seiner überaus treffsicheren 2-Wochen-Prognose in seinem beliebten „GebertBrief“ kommt.

Autoren: Gebert, Thomas
Seitenanzahl: 272
Erscheinungstermin: 05.12.2019
Format: Hardcover
ISBN: 978-3-86470-655-4