21.11.2016 Fabian Strebin

Deutsche Bank: Grünes Licht für Achleitner

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Deutsche Bank
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Die Deutsche Bank hält an Aufsichtsratschef Paul Achleitner fest, wie verschiedene Medien berichten. Der Aufsichtsrat hat Achleitner für eine weitere Amtszeit vorgeschlagen, nachdem keine Hinweise auf ein Fehlverhalten von Achleitner beim Libor-Verfahren gefunden wurden, so die Süddeutsche Zeitung. Hintergrund war die Frage, ob der Konzern eine höhere Strafe zahlen musste, weil man nicht ausreichend mit den Behörden kooperiert habe.

Verhaltene Zustimmung

„Wir würden aus heutiger Sicht eine Kontinuität an der Spitze des Aufsichtsrats begrüßen", so Fondsmanager Ingo Speich von Union Investment gegenüber der Presse. Die Fondsgesellschaft gehört zu den größten Investoren der Deutschen Bank. Union Investment sieht die von Achleitner eingeleiteten Maßnahmen positiv. Ein zukunftsfähiges Geschäftsmodell vermissen die Aktionäre allerdings noch bei der Bank.

Weniger überzeugt sind die Aktionärsschützer von DWS: „Wenn Achleitner in der zweiten Amtszeit stärker auf die Tube drückt als in der ersten, soll uns das recht sein." Der Aufsichtsratschef hätte aber sich „nicht mit Ruhm bekleckert", als es um den vom damaligen Co-Chef Anshu Jain eingeleiteten Kulturwandel ging. „Da hätte er früher eingreifen müssen", so DSW-Vizepräsident Klaus Nieding.

Kurze Verschnaufpause

Die Aktie der Deutschen Bank konnte sich durch die besseren Aussichten für die Branche nach der Wahl von Trump etwas stabilisieren. Mit der Nominierung von Achleitner ist eine zweite Amtszeit so gut wie sicher, was kurzfristig für etwas Ruhe sorgen dürfte. Die Liste der Rechtsrisiken bei dem Konzern ist allerdings lang, eine Einigung in den USA wird erst Anfang 2017 erwartet. Trader können darauf setzen, dass die 15-Euro-Marke hält und der Widerstand bei 15,90 Euro geknackt wird. Alle anderen lassen die Finger von den Papieren.

(Mit Material von dpa-AFX)