16.01.2020 Leon Müller

Deutsche Bank-Aktie: CEO Sewing sieht Kurs noch lange nicht im Ziel

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Deutsche Bank
Trendthema

Der Kurs der Deutsche-Bank-Aktie suggiert so etwas wie eine Stabilisierung. Seit einigen Wochen bewegt er sich relativ konstant gen Norden. Trotz dieser positiven Tendenz zeigt sich Bankchef Christian Sewing eher zurückhaltend. Beim Hauptstadtempfang des Instituts in Berlin fand er dennoch warme Worte für die Gäste und Aktionäre.

Die Deutsche Bank hatte schon bessere Jahre hinter sich. Aber auch schlechtere. So überrascht es nicht, dass CEO Christian Sewing beim diesjährigen Hauptstadtempfang Grundoptimismus verstreute. Er sieht seinen Konzern beim Umbau auf einem guten Weg. "Wir sind bereits gut dabei vorangekommen, unsere Strategie umzusetzen", sagte Sewing beim Hauptstadtempfang der Deutschen Bank am Donnerstagabend in Berlin. "Wir halten das, was wir versprochen haben." Die Rückmeldungen der Investoren, Analysten und Rating-Agenturen seien positiv. "Natürlich ist unser Aktienkurs noch lange nicht dort, wo wir ihn uns wünschen", räumte Sewing ein, "aber die deutliche Kurssteigerung der vergangenen Wochen zeigt, dass auch die Anleger allmählich an den Erfolg unserer Transformation glauben."

Deutsche Bank (WKN: 514000)

Sewing hatte Anfang Juli eine grundlegende Neuausrichtung des Instituts auf den Weg gebracht. Das Investmentbanking, das dem Geldhaus milliardenschwere Strafen einbrockte, wird kräftig gestutzt. Kern der neu ausgerichteten Deutschen Bank soll eine Unternehmensbank werden, die sich um Mittelständler, Familienunternehmen und multinationale Konzerne kümmert.

Die Zahl der Vollzeitstellen im Konzern will der Vorstand bis Ende 2022 um rund 18.000 auf weltweit 74.000 verringern. Bislang hat die Bank nicht öffentlich gemacht, wie stark der Personalabbau einzelne Regionen oder Sparten betreffen wird. Ende September vergangenen Jahres gab es im Deutsche-Bank-Konzern noch 89.958 Vollzeitstellen.

Die Deutsche-Bank-Aktie bleibt selbst langfristig nichts für schwache Nerven, trotz offenkundig erster Erfolg im laufenden Restrukturierungsprozess. Kurzfristig kann der Höhenflug zumindest bis zur Vorlage der 2019er-Zahlen am 30. Januar anhalten. DER AKTIONÄR erklärt in der neuen Ausgabe, wie Anleger darauf setzen können.

Mit Material von dpa-AFX