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DAX: Verstehen Sie das?

DAX: Verstehen Sie das?
Foto: Börsenmedien AG
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Andreas Deutsch 12.05.2015, 13:31 ‧ Andreas Deutsch
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Schon mal von Betriebsunterbrechungsversicherungen gehört? Oder von der 300-Millimeter-Dünnwafer-Technologie? Spitzenmanager sprechen bei den Aktionärstreffen häufig Kauderwelsch. Es gibt aber deutliche Unterschiede.


VW-Boss Martin Winterkorn und Commerzbank -Chef Martin Blessing redeten auf den bisherigen Hauptversammlungen 2015 demnach so klar wie sonst kein anderer Spitzenmanager. Ex-Allianz-Chef Michael Diekmann bildete unter anderem wegen seiner Schachtelsätze das sprachliche Schlusslicht. Für ihn war es die Abschiedsrede: Er hatte sich auf der jüngsten Hauptversammlung nach zwölf Jahren an der Spitze von der Versicherung verabschiedet.

Für die Studie werteten Kommunikationswissenschaftler der Universität Hohenheim in Stuttgart die Reden der DAX-Vorstandschefs auf den jüngsten Hauptversammlungen aus. Allerdings haben 2015 noch nicht alle DAX-Konzerne ihre Aktionärstreffen abgehalten.

Die Forscher nutzten für ihre Analyse eine spezielle Software, die unter anderem die Länge der Sätze und den Anteil der Fremdwörter untersucht. Der Verständlichkeitsindex reicht demnach von 0 (formal unverständlich) bis 20 (formal sehr verständlich). Blessing und Winterkorn kamen dabei je auf 17,2 Punkte, Diekmann schaffte nur 8,4.

Verständigungsprobleme

2015 kamen die DAX-Bosse bisher durchschnittlich auf 13,1 Verständlichkeitspunkte - im gesamten Vorjahr waren es lediglich 12,3. Ihre Reden werden demnach also zwar etwas verständlicher, doch auch zuletzt stießen die Wissenschaftler noch auf Wortungetüme wie "Fixed Index Annuities", "adverse Einflüsse" oder "Anarbeitungskapazitäten".

Einen besonders langen Satz fanden sie mit 46 Wörtern im Redetext von Siemens -Chef Joe Kaeser. Diesen hier: "Wir sind bei der Installation der HGÜ-Plattform in der Nordsee deutlich vorangekommen und konnten die gemachten Erfahrungen dazu nutzen, Neuaufträge mit deutlich verbesserten Rahmenbedingungen zu landen, beispielsweise bei Borwin 3 mit einem Auftragsvolumen von fast einer Milliarde Euro für das Konsortium, an dem Siemens beteiligt ist." Insgesamt belegte Kaeser in puncto Verständlichkeit den fünftletzten Platz (12,2 Punkte).

(Mit Material von dpa-AFX)

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