24.09.2015 Thomas Bergmann

DAX: Ruhe vor dem Sturm - VW und Ifo im Fokus

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DAX
Trendthema

Der DAX dürfte am Donnerstag vor der Veröffentlichung des Ifo-Geschäftsklimas kaum verändert in den Handel starten. Eine halbe Stunde vor Handelsbeginn pendelt der deutsche Leitindex um den Vortagsschlusskurs. Im Fokus der Anleger steht heute erneut der Volkswagen-Konzern, der seit Mittwoch ohne Vorstandsvorsitzenden dasteht. Die Vorgaben aus Übersee lieferten am Donnerstag keine klaren Impulse: An der Wall Street trat der Future auf den US-Leitindex Dow Jones seit dem Xetra-Schluss am Vortag nahezu auf der Stelle. Die Börsen Asiens fanden keine gemeinsame Richtung.

Ifo ohne Aussagekraft?

Am Vormittag richten sich die Blicke auf das Ifo-Geschäftsklima (10:00 Uhr). Experten rechnen mit einem leichten Rückgang des wichtigsten deutschen Konjunkturbarometers. Angesichts der jüngsten Nachrichten von VW und der Bedeutung des Konzerns für die deutsche Wirtschaft könnten die Ergebnisse allerdings etwas überholt sein, schrieb Analyst Michael Hewson vom Broker CMC Markets. Am Nachmittag stehen dann noch in den USA Daten zum Auftragseingang langlebiger Güter sowie zum Immobilienmarkt auf der Agenda.

VW sucht Lenker

Im Mittelpunkt des Anlegerinteresses steht zweifelsohne der Autobauer VW, der einen neuen Konzernchef sucht. Experten sehen beim Autobauer auch nach dem am Mittwoch erfolgten Rücktritt von Vorstandschef Martin Winterkorn noch keinen Grund für Entwarnung. Dieser Schritt habe zwar für etwas Erleichterung gesorgt, so Hewson. Doch es sei schwer vorstellbar, dass nicht hochrangige Manager von den Abgastest-Manipulationen gewusst hätten. Bevor es hier mehr Klarheit gebe, sei das Vertrauen der Anleger nur schwer zurückzugewinnen.

Beim DAX ist es entscheidend, dass er schnell die Marke von 9.650 Punkten überspringt und zügig in Richtung 10.000 Punkte läuft. Über 10.000 Zählern kann dann auch etwas Entwarnung gegeben werden. Gelingt dies nicht in den nächsten Tagen, ist ein Rücksetzer auf das August-Tief bei 9.338 Punkten nicht auszuschließen.

(Mit Material von dpa-AFX)