Der DAX dürfte mit einem Plus von knapp 0,1 Prozent bei 26.030 Punkten in den Handel starten. Gestern behauptete sich der Index über der Marke von 26.000 Punkten, verlor am Ende 0,2 Prozent auf 26.007 Zähler, nachdem er am Freitag zeitweise bis auf 26.167 Punkte gestiegen war.
Der MDAX der mittelgroßen Werte gewann 0,2 Prozent auf 32.405 Punkte, der Euro Stoxx 50 legte 0,2 Prozent auf 6.404 Punkte zu. Das Rekordhoch vom 28. August bei 26.619 Punkten bleibt damit rund zwei Prozent entfernt. Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst bei CMC Markets, fasste den Tag so zusammen: „Ohne Impulse aus New York war heute auch im DAX nicht wirklich viel los."
Belastung kommt indes weiterhin vom Ölmarkt. Die gegenseitigen Angriffe im Krieg zwischen den USA und dem Iran halten den Preis für ein Barrel Brent aus der Nordsee mit Lieferung im November über 97 Dollar und damit auf dem höchsten Niveau seit Juni. Verstärkt wird das durch die Angebotsseite: Eine Kerngruppe aus sieben Mitgliedern des Ölförderverbands OPEC+ hat am Wochenende mitgeteilt, ihre Produktionsziele im Oktober nicht weiter anzuheben. Daan Struyven, Co-Leiter der globalen Rohstoffforschung bei Goldman Sachs, hält im Gespräch mit Bloomberg TV bei einer Ausweitung der Angriffe auf Schiffe einen Brent-Preis von 120 Dollar für möglich. Für den Aktienmarkt ist das ein doppelter Gegenwind, weil teure Energie zugleich die Inflationsdaten stützt und den Zinserwartungen Nahrung gibt. Nach einer Berechnung der Brown-Universität hat der Krieg allein über die gestiegenen Benzinpreise bislang rund 100 Milliarden Dollar an Zusatzkosten verursacht – Geld, das dem Konsum entzogen wird.
Anleger dürften zudem weiter die Vortagesgewinner und -Verlierer im DAX im Blick haben, allen voran Infineon. Die Aktie legte gestern um satte sieben Prozent zu. Ebenfalls stark performten RWE, Commerzbank, Siemens Energy und Hochtief. Die fünf schwächsten Titel im Leitindex waren mit Abschlägen zwischen 2,9 und 1,6 Prozent Munich Re, Hannover Rück, Vonovia, SAP und Qiagen.
An der Wall Street wurde gestern wegen des Feiertags Labor Day nicht gehandelt. Der wichtigste Taktgeber des Nachmittags fiel damit aus, was den dünnen Umsätzen in Frankfurt zusätzlich Gewicht gab. Zurück bleibt der starke US-Arbeitsmarktbericht vom Freitag, der die Erwartung einer Zinserhöhung der Fed in der kommenden Woche gestützt hat.
Aus Asien kamen gestern die freundlichsten Signale: Der südkoreanische Kospi sprang um mehr als vier Prozent auf über 6.950 Punkte, getrieben von Samsung Electronics und SK Hynix, der japanische Nikkei 225 gewann 1,9 Prozent auf über 66.200 Punkte. Beide Indizes erreichten damit den höchsten Stand seit fast zwei Wochen. Die Kurse der asiatischen Börsen von heute Morgen lagen zum Redaktionsschluss noch nicht vor.
DER AKTIONÄR wird im Laufe des Tages über sämtliche wichtigen Entwicklungen und Neuigkeiten an den nationalen und internationalen Märkten berichten.
Heute, 06:59
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