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DAX & Co: Indizes tiefrot – aufflammende Zins- und Inflationsängste – Immobilien-und Chemie-Aktien unter Druck – HelloFresh und Zalando am Ende

DAX & Co: Indizes tiefrot – aufflammende Zins- und Inflationsängste – Immobilien-und Chemie-Aktien unter Druck – HelloFresh und Zalando am Ende
Foto: Immersion Imagery/Shutterstock
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17.08.2022, 18:27 ‧ Carsten Kaletta

Nach der jüngsten Kurserholung hat die Zinsangst die Börsen nun wieder fest im Griff. Vor der am Abend anstehenden Veröffentlichung des jüngsten Sitzungsprotokolls der Fed verließen viele Anleger den Markt. Der DAX rutschte nach einem freundlichen Start schnell ins Minus und weitete dann seine Verluste sukzessive auf letztlich zwei Prozent tiefer bei 13.627 Punkten aus.

DAX (WKN: 846900)

Damit verlor er wieder die runde Marke von 14.000 Punkten aus dem Blick, der er sich am Vortag noch bis auf gut 50 Punkte genähert hatte. Für den MDAX der mittelgroßen Unternehmen ging es am Mittwoch um 2,0 Prozent auf 27.543 Punkte bergab. Auch angesichts "einer überraschend zweistelligen Teuerungsrate in Großbritannien im Juli kehrt mit Inflations- und Zinssorgen ein altes Thema wieder an die Börse zurück, das die Anleger (vorläufig zumindest etwas verdrängt hatten", schrieb Marktanalyst Konstantin Oldenburger vom Broker CMC Markets.

Auch in den USA trübt der starke Preisauftrieb die Kauflaune der Verbraucher. Die für die weltgrößte Volkswirtschaft wichtigen Einzelhandelsumsätze stagnierten im Juli. Sie trügen insgesamt wohl nicht zu mehr Konjunkturoptimismus bei, kommentierte die Landesbank Hessen-Thüringen. "Unabhängig davon wird die Fed wohl am Ziel festhalten, das Leitzinsband weiter zu erhöhen." Die US-Notenbank geht gegen die Teuerung mit kräftigen Zinserhöhungen vor. Für die Börsen war ihre Geldpolitik in diesem Jahr bislang einer der zentralen Belastungsfaktoren.

Am deutschen Markt stand zur Wochenmitte einmal mehr Uniper im Fokus. Die Aktien büßten am MDax-Ende rund zwölf Prozent auf 6,81 Euro ein, nachdem der angeschlagene Energiekonzern wegen ausbleibender russischer Gaslieferungen für das erste Halbjahr einen Milliardenverlust berichtet hatte. 2022 rechnet das Unternehmen daher mit einem negativen Ergebnis - die Gewinnschwelle sei erst im übernächsten Jahr wieder in Sicht. Ein Händler sprach von erwartungsgemäß desaströsen Zahlen. "Noch schlimmer aber ist, dass sich sowohl in den Zahlen als auch im Ausblick nicht mal ein kleiner Hoffnungsschimmer auf bessere Zeiten findet", schrieb Kapitalmarktstratege Jürgen Molnar vom Broker Robomarkets.

Die ebenfalls im MDax notierten Titel von Delivery Hero verloren mit 2,4 Prozent nur etwas mehr als der Index. Hier neutralisierten sich ein kritischer "Handelsblatt"-Bericht zu den Bewertungen von Lieferdiensten und Kurszielerhöhungen mehrerer Analysten nach den positiven Vortagsaussagen zur Profitabilität. Nach dem Einbruch von November bis Mai hatte sich der Aktienkurs zuletzt zudem wieder deutlich erholt, weshalb nun einige Anleger offenbar Kasse machten.

Andere Internet-Aktien verbuchten hohe Abschläge: Am Dax-Ende büßten der Kochboxen-Versender Hellofresh und der Modehändler Zalando mehr als siebeneinhalb beziehungsweise sieben Prozent ein. Sie zählen zu finanzierungsabhängigen Wachstumswerten, denen höhere Zinsen besonders stark zusetzen.

Immobilienwerte waren europaweit schwach angesichts steigender Zinsen und der hohen Inflation. Am deutschen Markt verbuchten Vonovia , TAG Immobilien, LEG Immobilien und Grand City Properties Kursverluste zwischen 5,2 und 6,4 Prozent. Adler Group im Nebenwerte-Index SDax verloren sogar knapp elf Prozent.

Gewinnmitnahmen belasteten die zuletzt gut erholten und konjunktursensiblen Chemieaktien: Covestro, BASF, Lanxess und Evonik verloren bis zu sechseinhalb Prozent.

(Mit Material von dpa-AfX)

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