Die Sorgen nehmen weiter zu. Durch das Vorrücken der Huthi-Rebellen im Jemen könnte mit der Meerenge Bab al-Mandab das nächste für die Weltwirtschaft wichtige Nadelöhr ebenfalls nur noch eingeschränkt nutzbar sein. Zudem zeichnet sich für die Straße von Hormus weiterhin keine Einigung ab. Das jüngste Treffen musste verschoben werden.
Daher wird auch in den kommenden Wochen weiter nur wenig Erdgas aus dieser für den Weltmarkt enorm wichtigen Region exportiert werden können. Und dementsprechend geht es mit den Gaspreisen immer weiter nach oben. Der richtungweisende TTF-Terminkontrakt an der Amsterdamer Börse notiert inzwischen über 80 Euro je Megawattstunde – das ist der höchste Stand seit Ende 2022. Seit Anfang Juli, als der Kontrakt noch bei rund 40 Euro notierte, hat sich Gas damit sogar verdoppelt.
Ursache der Rally ist die sich immer weiter zuspitzende Lage im Nahen Osten. Der Konflikt zwischen den USA und dem Iran um die Kontrolle der Straße von Hormus – einer der wichtigsten Transportrouten für Energierohstoffe weltweit – hat sich zuletzt massiv verschärft. Eine nachhaltige Öffnung der Meerenge ist nach den jüngsten Geschehnissen (mehr dazu lesen Sie hier) nicht in Sicht, und an den Finanzmärkten schwindet die Hoffnung auf eine diplomatische Lösung.
Für den Gasmarkt ist das besonders brisant: Die Sorge, dass LNG-Lieferungen aus den Fördergebieten am Persischen Golf – allen voran aus dem wichtigen Förderland Katar – dauerhaft blockiert bleiben könnten, treibt die Risikoprämie kontinuierlich nach oben. Wiederholt wurde zudem von Angriffen auf Tankschiffe in der Straße von Hormus berichtet, was die Verunsicherung zusätzlich verstärkt.
Hinzu kommen die vergleichsweise geringen Füllstände der europäischen Gasspeicher. Die deutschen Speicher lagen zuletzt bei nur rund 53 bis 55 Prozent, deutlich unter dem für die anstehende Heizperiode üblichen Niveau.
Kaum ein Unternehmen profitiert von dieser Entwicklung so stark wie der norwegische Energiekonzern Equinor. Als größter westeuropäischer Erdgasproduzent deckt Equinor einen erheblichen Teil der europäischen Gasnachfrage ab – fast die Hälfte der deutschen Gasimporte stammt aus Norwegen, ein Großteil davon von Equinor. Während viele Industrieunternehmen unter den hohen Energiekosten leiden, verdient Equinor als Produzent direkt an den gestiegenen Preisen.
DER AKTIONÄR hält an seiner Einschätzung fest: Equinor ist hervorragend aufgestellt, um vom aktuellen Engpass im Gassektor zu profitieren. Die Aussichten für den norwegischen Energieriesen bleiben gut. Die immer noch relativ günstige Dividendenperle ist ein attraktives Investment, zumal auch der Chart spannend ist. Der Stoppkurs kann vorerst noch bei 27,00 Euro belassen werden.
Heute, 09:28
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