23.09.2014 Marion Schlegel

Daimler-Aktie: Kräftiger Schub durch IAA?

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DAX
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Trotz der tristen Lage auf Europas Lkw-Märkten gibt Daimlers Lastwagen-Chef Wolfgang Bernhard die Hoffnung auf einen Endspurt zum Jahresende nicht auf. Er hoffe auf einen Impuls durch die Nutzfahrzeug-IAA, sagte er am Dienstag auf der Leitmesse der Branche in Hannover. Schon vor zwei Jahren hätten die Spediteure auf der Messe erst das neue Angebot sondiert und danach ihre Bestellungen aufgegeben.

Hoffnung auf US-Geschäft
Bislang allerdings läuft es für den Branchenprimus nicht rund in Westeuropa: Bis Ende August setzten die Stuttgarter rund 34.000 neue Lastwagen ab, ein Jahr zuvor waren es noch etwa 37.000 Stück gewesen - ein Minus von acht Prozent, das sich laut Bernhard durch alle Segmente zieht. Für den Gesamtmarkt rechnet er mit mindestens fünf Prozent Rückgang.

Dass Daimlers zweitgrößte Sparte 2014 trotzdem an allen Ecken zulegen will, liegt am starken US-Geschäft. Dort baut der Konzern seine Produktion aus, das Motorenwerk Redford bei Detroit wird um eine Getriebefertigung erweitert. In Brasilien ächzt dagegen auch Daimler unter einem heftigen Nachfrageeinbruch - und könnte deshalb dort weitere Stellen abbauen. Man spreche mit den Gewerkschaften über eine Anpassung der Kapazitäten, sagte Bernhard.

Bei Schwäche kaufen
Das LKW-Geschäft ist bei Daimler für rund ein Fünftel des Umsatzes verantwortlich, weitaus bedeutender ist aber das PKW-Geschäft. Hier waren die Absatzzahlen im August zuletzt aber sehr gut. Nicht zuletzt deswegen hat Analyst Zafer Rüzgar von Independent Research seine Einschätzung für die Daimler-Aktie auf „kaufen“ mit einem Kursziel von 83 Euro belassen. Verantwortlich sei die ungebrochen starke Nachfrage in der Kompaktklasse, so Rüzgar. Fundamental seien die Aussichten weiterhin gut. Dennoch ist die Aktie am Dienstag im Einklang mit dem Gesamtmarkt deutlich unter Druck geraten. Am frühen Nachmittag verliert das Papier 2,7 Prozent auf 61,04 Euro. DER AKTIONÄR rät dazu, die Daimler-Aktie an schwachen Tagen einzusammeln. Trader sollten den Stopp aber relativ eng unter das Jahrestief von 57,10 Euro platzieren.

(Mit Material von dpa-AFX)

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