25.03.2020 Marion Schlegel

CTS Eventim warnt vor Pleitewelle – ist Eventim stark genug?

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CTS Eventim

Kleine und mittelgroße Veranstalter von Konzerten und Kulturevents sind nach Worten von CTS-Eventim-Chef Klaus-Peter Schulenberg aufgrund der Corona-Krise in ihrer Existenz bedroht. Sollte es eine bislang geplante aufschiebende Regelung für die Ticketerstattung nicht geben, dann werde die Kulturlandschaft in Deutschland umfassend und dauerhaft Schaden nehmen. "Dann gehen mehr als die Hälfte der deutschen Veranstalter in den Konkurs", warnte Schulenberg, der Europas führendes Ticket- und Live-Entertainment-Unternehmen leitet, der Deutschen Presse-Agentur. Allein bei Eventim seien inzwischen 55.000 Veranstaltungen verschoben worden.

An den Bundestag appellierte er, das Moratorium zu verankern, das noch bis vorigen Freitag im Gesetzentwurf zur Abmilderung der Corona-Folgen gestanden habe. In einem jüngeren Entwurf sei es nicht mehr enthalten.

Es müsse aber möglich sein, bis 30. September die Rückzahlung von Tickets zu strecken oder abgesagte Veranstaltungen im Herbst nachzuholen. Diesen "absolut steuerkostenneutralen Vorschlag" habe man der Bundesregierung zur Entspannung der Lage unterbreitet. Er sei zumutbar und würde helfen, sonst unvermeidbare Insolvenzen zu verhindern, so Schulenberg. "Es geht um die kleinen und mittelgroßen Veranstalter, nicht um Eventim. Als Eventim sind wir stark genug."

CTS Eventim (WKN: 547030)

Die Veranstalter hätten für viele Leistungen in Vorkasse gehen müssen und unter anderem für Künstler, Lichtdesigner, Marketing und vieles mehr bereits gezahlt, sagte Schulenberg, der sich auch in einem der dpa vorliegenden Brief an einige Bundestagsabgeordnete wandte. "Wenn jetzt alle kommen und sofort das Geld zurückwollen, das der Veranstalter ja schon ausgegeben hat, in der Erwartung, dass die Show stattfindet, dann wird es sehr, sehr schwierig."

Nichtsdestotrotz ist CTS Eventim selbst sehr stark aufgestellt. DER AKTIONÄR bleibt dabei, dass CTS Eventim einer der größten Profiteure sein wird, wenn die Corona-Krise unter Kontrolle gebracht ist. Noch befinden wir uns allerding mittendrin. Am Dienstag hat die Aktie bereits ein deutliches Lebenszeichen gesendet. Das Papier gewann fast 25 Prozent. Die Eventim-Aktie ist auch Teil des neuen Recovery-Index, in dem 15 stark gebeutelte Aktien mit hohem Erholungspotenzial zusammengefasst sind. Morgan Stanley hat fünf Faktor-Long-Zertifikate und drei Mini-Futures aufgelegt hat. Mehr dazu finden Sie hier.

(Mit Material von dpa-AFX)