19.02.2019 Andreas Deutsch

Crash-Aktie Vapiano: Alle Dämme brechen - Aktie immer noch nicht günstig

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Vapiano
Trendthema

Die Restaurantkette Vapiano hat ihre Anleger ein weiteres Mal mit einer unerwartet schwachen Geschäftsentwicklung geschockt. Bei dem Restaurant-Unternehmen soll nun vieles anders werden. Die weltweite Expansion legt Vapiano auf Eis. Doch das Vertrauen ist erst einmal dahin, viele Fragen sind noch offen.

Noch keine zwei Jahre ist es her, dass Vapiano an die Börse ging. Der IPO-Preis: 23 Euro. Anlegern, die von Anfang dabei sind, bleibt nur ein Scherbenhaufen. Der Verlust seit dem IPO: 77 Prozent. Damit ist Vapiano weltweit einer der schlechtesten Börsenneulinge der vergangenen Jahre.

Die Krise kommt nicht von ungefähr. Die Liste der Fehler, die die diversen Vapiano-Verantwortlichen gemacht haben, ist lang. So gibt es seit Langem Kritik an der Qualität des Essens. „Die italienische Küche wird permanent rund um die Welt vergewaltigt. Und Vapiano macht da keine Ausnahme“, so Food-Journalist und Restaurantkritiker Jörg Zipprick im Interview mit der Huffington Post.

Das Handelsblatt urteilte im Herbst 2018: „Die Kunden verlieren die Lust auf Pizza und Pasta, die im Mensa-Style serviert, aber zu Restaurant-Preisen abgerechnet werden.“ Und die Kunden, die kommen, sparen bei ihrer Bestellung. Im Schnitt geben sie 11,80 Euro bei Vapiano aus – also einmal Pizza oder Pasta und eine Cola. Zu wenig, für ein Restaurant, das kein Schnellrestaurant ist.

Zumal die Deutschen beim Essengehen wirklich keine Sparweltmeister sind. Laut einer Umfrage von Michelin setzen sich 70 Prozent der Gäste kein Budgetlimit für ihren Besuch im Restaurant und geben im Durchschnitt zwischen 26 und 50 Euro aus. Lediglich drei Prozent gaben an, nur bis zu 15 Euro auszugeben und fast ein Drittel legt maximal bis zu 25 Euro auf den Tisch.

Möglicherweise Kapitalbedarf

Nach den schlechter als erwartet ausgefallenen Zahlen für 2018 drängt sich der Verdacht auf, dass Vapiano weiteren Kapitalbedarf hat. Das Eigenkapital beläuft sich aktuell auf 100 Millionen Euro. Bei einem erwarteten Jahresverlust von 40 Millionen Euro wäre das Eigenkapital folglich in knapp zweieinhalb Jahren aufgebraucht. Aktuell befindet sich die Restaurantkette in Finanzierungsgesprächen.

Nicht günstig

Die Aktie ist nach dem Crash immer noch nicht günstig. Anders als fast alle Konkurrenten ist bei Vapiano unterm Strich immer noch kein Gewinn in Sicht. Da Vapiano die Expansion nun cancelt, geht das Unternehmen nicht mehr als Wachstumsstory durch. Bessere Werte als die Wettbewerber bei EV/EBITDA und EV/Sales sind kein Argument für einen Kauf der Aktie.

Kein Kauf

Die Probleme bei Vapiano sind nicht neu und können auch nicht von heute auf morgen aus der Welt geschafft werden. Auch wenn es nach dem Crash zu einer technischen Gegenbewegung kommen kann: Das Chance-Risiko-Verhältnis ist unattraktiv.