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27.04.2018 DER AKTIONÄR

Continental: Enttäuschung auf der HV

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Continental

Der nach Bosch weltweit zweitgrößte Autozulieferer hat mit seinen Quartalszahlen enttäuscht. Vor allem negative Währungseffekte sorgten bei Continental für einen Gewinnrückgang. Die Conti-Aktie gehört im DAX am Freitag zu den Tagesverlierern. Daran konnten auch Andeutungen zu einem möglichen Börsengang der Antriebssparte nichts ändern.

Auf der Hauptversammlung hat Conti heute seine Eckdaten zum ersten Quartal bekannt gegeben. Demnach schrumpfte das operative Ergebnis (Ebit) von Januar bis März um neun Prozent auf rund 1,1 Milliarden Euro. Bereinigt um negative Wechselkurseffekte in Höhe von rund 550 Millionen Euro sind die Erlöse um 4,3 Prozent gestiegen. Der Umsatz stagnierte bei elf Milliarden Euro.

Sorge vor US-Strafzöllen

Erst vor wenigen Tagen hatte der Konzern seine Jahresprognose kassiert. Vor allem die wichtige Reifensparte leidet unter dem starken Euro-Kurs, auch im weiteren Jahresverlauf werde sich daran nur wenig ändern, prognostizierte Conti-Chef Elmar Degenhart auf der Hauptversammlung.

Er appellierte an die Politik, Handelskriege zu verhindern. "Zölle erzeugen keine Gewinner, Zölle erzeugen nur Verlierer", warnte Degenhart. Er unterstrich die Bedeutung freier Warenströme.

Noch keine konkreten Börsenpläne für Antriebssparte

Für die Aktionäre steht in Hannover der mögliche Konzernumbau im Fokus. Auch ein Börsengang der Antriebssparte wird erwogen. Degenhart deutete an, dass das Antriebsgeschäft ausgebaut und rechtlich verselbständigt werden solle. Details zu einem möglichen Börsengang eines Teils der Sparte ließ er offen. Derzeit gebe es keine konkreten Pläne.

Das Manager Magazin hatte berichtet, der Konzern könne sich neu aufstellen und in die Sparten Reifen, Antrieb (Powertrain) sowie den Geschäftsbereich mit Chassis, Safety und Interior aufteilen. 

Angesichts des technologischen Wandels hin zu Elektromobilität, Digitalisierung und autonomen Fahren will Conti künftig in der Lage sein, flexibel auf Marktgegebenheiten zu reagieren. Bis zur Jahresmitte werde man sich zu den Plänen konkreter äußern. Heute sagte Degenhart lediglich, die Zukunft des Fahrzeugantriebs sei elektrisch. "Davon sind wir überzeugt". Die größte Hürde bei der Umstellung sei die Batterie. Sie sei derzeit noch zu groß, zu schwach und zu teuer. Kein Wunder, dass Continental auch die Entwicklung einer eigenen Batterie für Hybrid-Autos überlegt. Der moderne Diesel bleibe für den Klimaschutz indes auf absehbare Zeit "unentbehrlich". 

Aktie bleibt im Aufwärtstrend

Der Börsenkurs der Conti-Aktie war nach der Gewinnwarnung in der vergangenen Woche stark eingebrochen, hatte sich aber recht schnell wieder erholt. Trotz des aktuellen Kursrückgangs bleibt der Aufwärtstrend intakt.

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