Jetzt ist es offiziell: UniCredit hat ihr Kaufangebot für die Commerzbank vorgelegt. Die italienische Großbank, die bereits knapp 30 Prozent der Anteile an dem DAX-Konzern kontrolliert, will sich nun weitere Aktien des Frankfurter Instituts sichern. DER AKTIONÄR zeigt, wie das Angebot aussieht und was es für Anleger beduetet.
Wie UniCredit am Dienstag in Mailand mitteilte, läuft die Angebotsfrist bis zum 16. Juni. Für jede Commerzbank-Aktie bieten die Italiener 0,485 neue UniCredit-Aktien. Nach dem heutigen Kursprung bei den Italienern liegt die Offerte bei 34,35 Euro je Commerzbank-Aktie. Das Angebot richtet sich an sämtliche Commerzbank-Anteile, die UniCredit bislang noch nicht besitzt.
Eine Überraschung ist das Tauschangebot nicht. UniCredit-Chef Andrea Orcel hatte die Vorlage der offiziellen Offerte bereits angekündigt. Auch die Konditionen entsprechen dem bislang kommunizierten Rahmen.
Für Commerzbank-Aktionäre dürfte das Angebot zum aktuellen Zeitpunkt wenig attraktiv sein. Denn der rechnerische Wert der angebotenen UniCredit-Aktien liegt aktuell unter dem Börsenkurs der Commerzbank-Aktie. Damit fehlt den Anteilseignern eine Übernahmeprämie – ein zentraler Kritikpunkt des Commerzbank-Managements.
Selbst die UniCredit erwartet nach eigenen Angaben nicht, mit dem Angebot die Kontrollmehrheit bei der Commerzbank zu erreichen. Vielmehr dürfte es den Italienern zunächst darum gehen, ihre Position weiter auszubauen und strategisch handlungsfähig zu bleiben.
Die Commerzbank hatte sich zuletzt klar gegen die Pläne aus Mailand gestellt. Das Management um Vorstandschefin Bettina Orlopp sieht die Eigenständigkeit der Bank als besseren Weg für Aktionäre, Kunden und Mitarbeiter. Am Donnerstag will die Commerzbank ihre Quartalszahlen und ein Strategie-Update vorlegen.
Für die Aktie bleibt die Lage damit hochspannend. Die Übernahmefantasie ist weiter intakt, auch wenn das Angebot in der vorliegenden Form kaum Begeisterung auslösen dürfte. Entscheidend wird nun sein, wie viele Aktionäre ihre Papiere tatsächlich andienen – und ob und wann die UniCredit ihre Offerte nachbessert.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Commerzbank.
Heute, 11:20