Jetzt auf die neuen Favoriten setzen!
13.12.2018 Fabian Strebin

Commerzbank und Deutsche Bank: Das wird teuer

-%
Commerzbank

Seit gestern Nachmittag sind die Gerüchte über eine Fusion zwischen Deutscher Bank und Commerzbank wieder aufgeflammt. Der Bund soll seine Hilfe bei der steuerlichen Gestaltung angeboten haben. DER AKTIONÄR berichtete. Die Aktien legten daraufhin deutlich zu. Die Commerzbank-Aktie kann auch heute weiter steigen. Erste Experten haben die Fusion nun durchgerechnet.

Jochen Schmitt vom Bankhaus Metzler sieht es als äußerst fragwürdig an, ob überhaupt ein Zusammenschluss kommt. Ein Deal würde eine „schmerzhafte und teure Restrukturierung“ auslösen. In einem Zeitraum von fünf bis acht Jahren könnten bei beiden Banken knapp 22.000 Stellen wegfallen. Durch die Fusion könnten kurzfristige Kosten von 3,5 bis 3,8 Milliarden Euro entstehen und es könnte „viele Jahre“ dauern, bis der neue Konzern steht. Langfristig wären Kosteneinsparungen von 2,5 bis 2,8 Milliarden Euro möglich. Allerdings rechnet er mit sinkenden Erträgen.

Abwarten

Gerüchte um eine Fusion mit der Deutschen Bank gab es im laufenden Jahr häufiger. Nun soll auch der Bund ein vitales Interesse an einem Zusammenschluss und seine Hilfe angeboten haben. Vorerst ändert das aber nichts an der verheerenden Chartsituation der Aktie. Anleger warten weiter ab.

Buchtipp: Die Geschichten des Geldes

Spekulationsblase am Neuen Markt, Bankenkrise 2008 und griechische Schuldenkrise – lauter Themen, die die Finanzmärkte bewegten und bewegen. Doch wer einen Schritt zurücktritt und das große Bild sieht, bemerkt: So neu ist das alles gar nicht! Die Geschichte gibt wertvolle Hinweise zum Verständnis der Gegenwart. Dass sich Geschichte wiederholt, zeigen die beiden Autoren anhand vieler Geschichten des Geldes. Infl ation, Deflation, Abwertung, irrationalen Überschwang, Bankenpleiten und -rettungen gab es immer schon: im Spanien des 16. Jahrhunderts, im Großbritannien des 17. Jahrhunderts, im Frankreich des 18. Jahrhunderts und in den USA des 19. Jahrhunderts. Lehr- und anekdotenreich vermitteln die Autoren gewissermaßen nebenbei ein tiefes Verständnis für die Ursprünge des Finanzsystems – und damit auch für seine aktuellen Kapriolen. So zeigt sich: Der Weg von der Kaurischnecke zur Kreditklemme ist nicht weit.

Autoren: Vaupel, Michael Kaul, Vivek
Seitenanzahl: 240
Erscheinungstermin: 15.04.2016
Format: Hardcover
ISBN: 978-3-86470-327-0