08.04.2019 Nikolas Kessler

Commerzbank: Schlechte Nachricht für die Aktionäre

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Deutsche Bank
Trendthema

Die Vorentscheidung über eine mögliche Fusion von Deutscher Bank und Commerzbank ist noch nicht gefallen, doch am vergangenen Wochenende sind weitere Details aus den Verhandlungskreisen bekannt geworden. So würden zwar beide Institute eine klassische Übernahme bevorzugen, die dabei übliche Prämie will die Deutsche Bank laut Medienberichten allerdings nicht bezahlen.

Zumindest in einem Punkt sind sich Deutsche Bank und Commerzbank schon einig: Falls es zum Schulterschluss der beiden Institute kommt, dann soll dieser durch eine klassische Übernahme zustande kommen – und nicht unter dem Dach einer gemeinsamen Holding. Im Basisszenario würde die Deutsche Bank den CoBa-Aktionären ein Angebot vorlegen, heißt es aus Verhandlungskreisen.

Streit gibt es allerdings beim Kaufpreis. Wie die Welt am Sonntag erfahren hat, ist die Deutsche Bank nämlich nicht bereit, eine Übernahmeprämie zu bezahlen. Üblicherweise bietet der Käufer einen 20- bis 30-prozentigen Aufschlag auf den aktuellen Aktienkurs, um den bisherigen Anteilseignern den Verkauf schmackhaft zu machen.

Wie die Deutsche Bank die Aktionäre der Commerzbank dazu bewegen will, sich auf den Deal einzulassen, ist fraglich. Unter den Großaktionären der CoBa sind mit dem Bund (15,6 Prozent) und Cerberus (5,0 Prozent) zwar zwei Befürworter eines Zusammenschlusses, bei den übrigen Anteilseignern gibt es allerdings große Zweifel an dem Megaprojekt.

Auch BNP Paribas interessiert?

Hinzu kommt: Auch ohne den Zusammenschluss mit der Deutschen Bank müsste die Commerzbank nicht lange alleine bleiben. Nachdem es in der Vorwoche bereits Meldungen über ein angebliches Interesse der italienischen Unicredit gab, soll laut Welt am Sonntag auch die französische Großbank BNP Paribas in Berlin vorgefühlt haben.

CoBa-Aktie unter Druck

Bei den Aktionären der Commerzbank kommt die Meldung am Montag dennoch schlecht an. Nach dem guten Lauf in der Vorwoche muss der MDAX-Titel zunächst einen Teil der Gewinne abgeben. Die Trading-Position des AKTIONÄR auf eine Fortsetzung der charttechnischen Aufwärtsbewegung läuft aber zunächst weiter.