Profitieren Sie von Korrekturen
24.03.2021 Fabian Strebin

Commerzbank: Milliardenverlust voraus und die Aktie rutscht ab - Trendbruch droht

-%
Commerzbank

Die Aktie der Commerzbank gehört heute erneut zu den Verlierern an der Börse. Dabei taucht das Papier aber deutlich tiefer ab als der Gesamtmarkt. Hintergrund dürfte nicht die Verlängerung des Lockdowns sein, sondern hausgemachte Probleme des Finanzinstitutes. Denn mit der Veröffentlichung des Geschäftsberichts für 2020 gibt die Bank auch ihre Prognose für das laufende Jahr bekannt.

Die teilverstaatlichte Commerzbank rechnet wegen der hohen Kosten für den Stellenabbau und Corona-Belastungen im laufenden Jahr erwartungsgemäß mit einem Verlust. Nach Abzug des Aufwands für die Restrukturierung geht man bei einer Risikovorsoge für Kreditausfälle am oberen Ende der in Aussicht gestellten 0,8 bis 1,2 Milliarden Euro von einem Konzernverlust aus, wie aus dem am Mittwoch in Frankfurt veröffentlichten Geschäftsbericht der Bank hervorgeht. Dies ist keine Überraschung, da der neue Konzernchef Manfred Knof Anfang des Jahres den Abbau von weiteren 10.000 Stellen sowie weitere hohe Aufwendungen für den Umbau angekündigt hatte.

Das erwarten die Analysten für 2021

Von Bloomberg befragte Experten rechnen bisher mit einem Verlust von etwas mehr als 400 Millionen Euro. Im vergangenen Jahr summierte sich das Minus wegen der bereits verbuchter Aufwendungen für die Restrukturierung und der erhöhten Risikovorsorge unter dem Strich auf rund 2,9 Milliarden Euro. Somit brachte 2020 der Commerzbank den höchsten Verlust seit der Finanzkrise 2009 mit damals mehr als 4,5 Milliarden Euro.

Alles eingepreist

Im Tagesgeschäft will die Bank dagegen wieder in die Gewinnzone zurückkehren - das operative Ergebnis soll im niedrigen dreistelligen Millionen-Euro-Bereich liegen. Damit präzisierte die Commerzbank ihre bisherigen Angaben. Bisher hatte die Bank lediglich ein positives operatives Ergebnis in Aussicht gestellt. Die Commerzbank kann somit nur positiv überraschen. Die heutigen Kursverluste halten sich bisher im Rahmen, damit dürfte das Abwärtspotenzial hinreichend eingepreist sein. Allerdings steht der Kurs an einer wichtigen Chartmarke.

Commerzbank (WKN: CBK100)

Aktuell testet die Aktie den seit Mai letzten Jahres bei 5,15 Euro verlaufenden Aufwärtstrend, der nicht unterschritten werden sollte. Die Marke von 5,00 Euro sollten Anleger als Unterstützung im Blick behalten. Der nächste Widerstand kommt indes bei 5,27 Euro in Form der GD100 in Sicht. Wer investiert ist bleibt dabei, alle anderen warten ab.

Hinweis auf Interessenkonflikte:


Der Vorstandsvorsitzende und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren: Commerzbank.


Hinweis auf Interessenkonflikte gemäß § 85 WpHG: Aktien von Commerzbank befinden sich im Aktionär-Depot von DER AKTIONÄR.


Mit Material von dpa-AFX.

Buchtipp: Die Geschichten des Geldes

Spekulationsblase am Neuen Markt, Bankenkrise 2008 und griechische Schuldenkrise – lauter Themen, die die Finanzmärkte bewegten und bewegen. Doch wer einen Schritt zurücktritt und das große Bild sieht, bemerkt: So neu ist das alles gar nicht! Die Geschichte gibt wertvolle Hinweise zum Verständnis der Gegenwart. Dass sich Geschichte wiederholt, zeigen die beiden Autoren anhand vieler Geschichten des Geldes. Infl ation, Deflation, Abwertung, irrationalen Überschwang, Bankenpleiten und -rettungen gab es immer schon: im Spanien des 16. Jahrhunderts, im Großbritannien des 17. Jahrhunderts, im Frankreich des 18. Jahrhunderts und in den USA des 19. Jahrhunderts. Lehr- und anekdotenreich vermitteln die Autoren gewissermaßen nebenbei ein tiefes Verständnis für die Ursprünge des Finanzsystems – und damit auch für seine aktuellen Kapriolen. So zeigt sich: Der Weg von der Kaurischnecke zur Kreditklemme ist nicht weit.

Autoren: Vaupel, Michael Kaul, Vivek
Seitenanzahl: 240
Erscheinungstermin: 15.04.2016
Format: Hardcover
ISBN: 978-3-86470-327-0