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04.11.2020 Fabian Strebin

Commerzbank im Sog der US-Wahlen - Aber morgen kommen Q3-Zahlen

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Commerzbank

Die Zitterpartie bei den US-Präsidentschaftswahlen steht heute im Fokus an den Märkten. Nichts hasst die Börse mehr als Unsicherheit. Deshalb rauscht aktuell auch die Commerzbank-Aktie abwärts. Für den Konzern selbst steht morgen etwas Anderes im Mittelpunkt: Der Vorstand präsentiert die Zahlen zum abgelaufenen Quartal.

Corona-Krise, Konzernumbau, Chefwechsel - die Commerzbank ist in einer schwierigen Phase. Das dritte Quartal dürfte der teilverstaatlichte Frankfurter MDAX -Konzern nach Einschätzung von Analysten mit roten Zahlen abgeschlossen haben, für das Gesamtjahr 2020 hatte der Vorstand bereits auf einen Verlust eingestimmt.

Analysten gehen für das Vierteljahr im Schnitt von 62 Millionen Euro Verlust unter dem Strich aus. Ein Jahr zuvor hatte die Commerzbank ihren Quartalsgewinn überraschend stark um gut ein Drittel auf 294 Millionen Euro gesteigert - allerdings vor allem dank des Verkaufs der Tochter Ebase und weniger Vorsorge für ausfallgefährdete Kredite. Im laufenden Jahr lässt die Corona-Pandemie die Risikovorsorge in der gesamten Branche nach oben schnellen. Auch im Firmenkundengeschäft sprudeln die Erträge in Folge der Krise nicht mehr so.

Sparprogramm kommt

Schon vor der Corona-Krise liefen in der Commerzbank Diskussionen über eine Verschärfung des im Herbst 2019 eingeschlagenen Sparkurses. Erwartet werden angesichts fortschreitender Digitalisierung drastische Einschnitte im relativ dichten Filialnetz. Von 1000 Standorten könnten gerade einmal 200 übrigbleiben, in denen Kunden sich beraten lassen können. Die Zahl der zuletzt knapp 40 000 Vollzeitstellen könnte um bis zu ein Viertel zusammengestrichen werden.

Commerzbank (WKN: CBK100)

Aktuell kämpft die Aktie um die 200-Tage-Linie bei 4,32 Euro. Die kommenden Tage werden entscheiden, ob dieser Ausbruch nachhaltig ist. Bei den Quartalszahlen morgen wird vor allem der Ausblick des Vorstands entscheidend sein, weitere Impulse wird es wohl nicht geben. Denn der neue CEO fängt erst zum Jahreswechsel an.

Investierte Anleger bleiben dabei, Trader können auf einen nachhaltigen Bruch des gleitenden Durchschnitts setzen. Die Volatilität dürfte in den kommenden Tagen hoch bleiben.

Mit Material von dpa-AFX.

Hinweis auf Interessenkonflikte:


Der Vorstandsvorsitzende und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierende Kursentwicklung profitieren: Commerzbank.


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