Jetzt auf die neuen Favoriten setzen!
Foto: Börsenmedien AG
14.02.2019 Nikolas Kessler

Commerzbank: Gewinnsprung! Dividende! – Aktie gibt Gas

-%
Deutsche Bank

Die Commerzbank hat am Donnerstagmorgen starke Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr gemeldet und damit die Erwartungen übertroffen. Auch bei der Umsetzung der neuen Strategie „Commerzbank 4.0“ hat das Institut Fortschritte gemacht. Die Anleger können sich nun wieder auf eine Gewinnbeteiligung freuen.

Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum hat die Commerzbank ihren Gewinn auf 865 Millionen fast versiebenfacht und damit die Erwartungen der Analysten (828 Millionen Euro) übertroffen. Die bereinigten Erträge sind im Vergleich zum Vorjahr um fünf Prozent auf 8,6 Milliarden Euro gestiegen.

Die Anleger sollen daran wie im Vorfeld erwartet in Form einer Dividende von 20 Cent je Aktie teilhaben. In den vergangenen beiden Jahren waren die Aktionäre leer ausgegangen. Seit der staatlichen Rettung in der Finanzkrise vor zehn Jahren wurde bisher nur einmal eine Dividende ausgeschüttet. Auch für 2019 peilt der Vorstand eine Ausschüttung auf konstantem Niveau an.

Vorstandschef Martin Zielke zeigte sich zufrieden mit dem bisher Erreichten: „Unsere Strategie ist richtig und funktioniert. Wir wachsen bei Kunden, im Kreditvolumen und bei bereinigten Erträgen. Wir kommen voran und sind wieder dividendenfähig.“ Die „erste Halbzeit von Commerzbank 4.0“ habe aber auch gezeigt, dass man angesichts des herausfordernden Umfelds noch schneller werden müsse, heißt es in der Pressemitteilung.

Foto: Börsenmedien AG

Quelle: Commerzbank

Fortschritte bei neue Strategie

Wegen hoher Investitionen in die Digitalisierung lagen die Verwaltungsaufwendungen mit rund 6,9 Milliarden Euro knapp über dem Vorjahreswert, aber trotzdem im Rahmen der Erwartungen. Finanzvorstand Stephan Engels sieht sein Institut daher auf gutem Weg, das Kostenziel von 6,5 Milliarden Euro im Jahr 2020 zu erreichen.

Erreicht werden soll das auch durch eine schlankere Aufstellung. Die Zahl der Vollzeitkräfte ist in den vergangenen Jahren bereits von 43.300 auf 41.500 gesunken. Nach jüngster Planung sollen es nun bis 2020 etwa 38.000 sein. Die rund 800 Millionen Euro Aufwand für den Konzernumbau hatte die Commerzbank bereits komplett im Vorjahr verbucht.

Ein weiterer Fortschritt bei der Umsetzung der neuen Strategie zeigt sich im Privat- und Unternehmerkundengeschäft: Dort hat die Commerzbank zwischen Oktober 2016 und Dezember 2018 die Marke von einer Million Neukunden erreicht. Bis Ende 2020 strebt das Institut in diesem Segment insgesamt zwei Millionen Neukunden an. Auch im Firmenkundengeschäft kamen 2018 3.500 Kunden netto hinzu. Das Kreditvolumen stieg um vier Milliarden auf 82 Milliarden Euro.

Ausblick: Sinkende Kosten, steigende Erträge

Im laufenden Jahr will sich die Commerzbank auf das Wachstum in den beiden Kernsegmenten konzentrieren und erwartet weiter steigende bereinigte Erträge. Bei der harten Kernkapitalquote (CET-1-Quote) rechne der Vorstand mit mindestens 12,75 Prozent – nach 12,9 Prozent Ende 2018. Trotz des anspruchsvollen Marktumfelds sollen die Kosten unter dem aktuellen Niveau liegen und die Erträge um durchschnittlich drei Prozent steigen.

Foto: Börsenmedien AG

Mit dem Zahlenwerk und dem Ausblick kann die Commerzbank am Donnerstagmorgen bei den Investoren punkten: Für die Aktie geht es zum Handelsstart um satte fünf Prozent nach oben. Damit kann sich der Kurs wieder etwas deutlicher von seinem Mehrjahrestief aus dem Dezember absetzen, insgesamt bleibt das Chartbild aber angeschlagen.

Fusionsgerüchte bleiben zunächst unkommentiert

Zu den Gerüchten über eine Fusion mit der Deutschen Bank finden sich in der Unternehmensmitteilung keine Stellungnahme. Bei der Bilanzpressekonferenz mit CEO Zielke und CFO Engels ab 10.30 Uhr dürfte das Thema aber zur Sprache kommen – DER AKTIONÄR bleibt für Sie am Ball.

Buchtipp: Die Geschichten des Geldes

Spekulationsblase am Neuen Markt, Bankenkrise 2008 und griechische Schuldenkrise – lauter Themen, die die Finanzmärkte bewegten und bewegen. Doch wer einen Schritt zurücktritt und das große Bild sieht, bemerkt: So neu ist das alles gar nicht! Die Geschichte gibt wertvolle Hinweise zum Verständnis der Gegenwart. Dass sich Geschichte wiederholt, zeigen die beiden Autoren anhand vieler Geschichten des Geldes. Infl ation, Deflation, Abwertung, irrationalen Überschwang, Bankenpleiten und -rettungen gab es immer schon: im Spanien des 16. Jahrhunderts, im Großbritannien des 17. Jahrhunderts, im Frankreich des 18. Jahrhunderts und in den USA des 19. Jahrhunderts. Lehr- und anekdotenreich vermitteln die Autoren gewissermaßen nebenbei ein tiefes Verständnis für die Ursprünge des Finanzsystems – und damit auch für seine aktuellen Kapriolen. So zeigt sich: Der Weg von der Kaurischnecke zur Kreditklemme ist nicht weit.

Autoren: Vaupel, Michael Kaul, Vivek
Seitenanzahl: 240
Erscheinungstermin: 15.04.2016
Format: Hardcover
ISBN: 978-3-86470-327-0