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08.04.2020 Fabian Strebin

Commerzbank: Das wird 2020 nichts mehr

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Commerzbank

Die aktuelle Strategie der Commerzbank sah ursprünglich nicht nur Einsparungen vor, sondern auch Investitionen. Rund 1,6 Milliarden Euro, davon voraussichtlich 750 Millionen Euro für zusätzliche Investitionen in Digitalisierung, IT-Infrastruktur und Wachstum und weitere 850 Millionen Euro für Restrukturierungsmaßnahmen waren veranschlagt. Doch mit dem Verkauf der polnischen Tochter mBank, der den Umbau finanzieren sollte, wird es dieses Jahr wohl nichts mehr.

Schon seit Monaten gab es Gerüchte, dass die Commerzbank Probleme beim Verkauf der Direktbank hat. Die Corona-Krise hat die Situation erwartungsgemäß nicht verbessert. Laut Handelsblatt würden die Verhandlungen über den Verkauf auf Eis liegen. Aus Sicht von Experten wird sich die Transaktion in diesem Jahr nicht mehr abschließen lassen.

Corona hat Priorität

Das Ziel die mBank zu verkaufen hat die Commerzbank nicht aufgegeben, aber Einreisebeschränkungen nach Polen machten Verhandlungen unmöglich, so mit der Sache vertraute Personen. Zudem benötige die Commerzbank derzeit alle Ressourcen zur Bewältigung der Corona-Krise in Deutschland.

Wert der mBank hat sich halbiert

Wie viele Bankaktien hat die mBank zudem in den letzten Wochen deutlich Federn lassen müssen. Seit Jahresanfang hat sich die Marktkapitalisierung von 3,9 auf 2,1 Milliarden Euro fast halbiert. Die Commerzbank hält 69 Prozent an der mBank, was nun noch 1,45 Milliarden Euro entspricht. Nach Aussagen vom vergangenen Jahr wollte man eigentlich rund zwei Milliarden Euro mit dem Verkauf des Anteils erzielen. Das ist derzeit unmöglich.

mBank-Verkauf nicht mehr so dringlich wie 2019

Auch wenn die Commerzbank derzeit auf dem Heimatmarkt stark gefordert ist: Das Thema mBank wurde immer mehr zum Problem. Allerdings hatte die Finanzvorständin Bettina Orlopp Anfang des Jahres im AKTIONÄR-Interview auch gesagt: „Mit Blick auf die Kapitalquote haben wir hier Spielraum.“ Die Beteiligung werde nur dann verkauft, wenn der Preis und die Transaktionsstruktur stimmen würden. Die Commerzbank ist mit einer starken Kernkapitalquote von 13,4 Prozent in das neue Jahr gestartet. Zahlreiche Erleichterungen der Finanzaufsicht haben zudem mehr Spielraum bei der Kapitalausstattung geschaffen. Der Verkauf der mBank sollte trotz der Corona-Krise nicht so dringlich sein, wie noch vor einem Jahr.

Commerzbank (WKN: CBK100)

Durch die zahlreichen Stützungsmaßnahmen der Bundesregierung hat sich das Risiko großer Kreditausfälle bei Unternehmen für die Commerzbank abgeschwächt. Zudem ist es auch hin den ersten drei Monaten gelungen, zahlreiche neue Privatkunden zu gewinnen und bei der Onlinetochter Comdirect läuft es. Mutige legen sich eine erste Position ins Depot.


Hinweis auf Interessenkonflikte gemäß §34b WpHG: Der Vorstandsvorsitzende und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die durch die durch die Publikation etwaig resultierende Kursentwicklung profitieren: Commerzbank.

Hinweis nach §34 WPHG zur Begründung möglicher Interessenkonflikte: Aktien oder Derivate, die in diesem Artikel besprochen / genannt werden, befinden sich im "AKTIONÄR Depot" von DER AKTIONÄR.

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