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15.02.2021 Fabian Strebin

Commerzbank: Am Ende könnten noch mehr Filialen geschlossen werden

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Commerzbank

Die Commerzbank macht sich nach Jahren des Zauderns an einen grundlegenden Umbau der Bank. Kernstück der Sanierung ist die Streichung von netto 7.500 Stellen und die Schließung fast der Hälfte aller deutschen Filialen. Doch neue Details von Ende letzter Woche dazu lassen aufhorchen.

Von 1.000 Niederlassungen, die die Commerzbank 2019 betrieb, wurden im Rahmen der Pandemie 200 geschlossen und öffnen nie wieder. Die neue Strategie von CEO Manfred Knof sieht vor, bis spätestens 2024 weitere 350 zu schließen. Allerdings sagte Privatkunden-Vorständin Sabine Schmittroth beim Kapitalmarkttag letzte Woche: „Über 2022 hinaus ist diese Zahl nicht in Stein gemeißelt“. Das Geldhaus werde die Zahl der Niederlassungen permanent überprüfen und dabei auch einfließen lassen, wie viele Kunden dem Institut wegen Filialschließungen den Rücken kehren. „In diesem Sinne würde ich nicht ausschließen, dass wir nach 2022 auf eine noch geringere Zahl kommen.“

Boni werden halbiert

Tatsächlich nutzen seit Ausbruch der Corona-Pandemie Anfang 2020 immer mehr Kunden die digitalen Kanäle der Bank. Deshalb muss sich erst noch zeigen, ob der Kahlschlag bei den Filialen wirklich mit größeren Umsatzeinbußen einhergeht. Sparen wird die Bank auch bei der variablen Vergütung der Mitarbeiter. 2019 lag diese noch konzernweit bei 198 Millionen Euro. Nach einem Verlust von annähernd drei Milliarden Euro im vergangenen Jahr soll sie nun aber auf 98 Millionen Euro sinken. Das sagte CEO Knof in einem Interview mit der Welt am Sonntag.

Commerzbank (WKN: CBK100)

Nach dem Absturz Ende letzter Woche hat die Aktie einiges an Boden gut zu machen. Zum Wochenstart kann der Wert leicht zulegen, der nächste wichtige Widerstand kommt aber erst bei 5,55 Euro in den Fokus. Als Unterstützung fungiert die Marke von 5,00 Euro. Investierte Anleger bleiben dabei, für alle anderen drängt sich kein Neueinstieg auf.

Hinweis auf Interessenkonflikte:


Der Vorstandsvorsitzende und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren: Commerzbank.


Hinweis auf Interessenkonflikte gemäß § 34b WpHG: Aktien von Commerzbank befinden sich im Aktionär-Depot von DER AKTIONÄR.


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