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China: Der Motor stottert – aber …

China: Der Motor stottert – aber …
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Markus Bußler 21.10.2014, 07:22 ‧ Markus Bußler
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Der Konjunkturmotor China gerät ins Stottern. Die zweitgrößte Volkswirtschaft der Erde ist im dritten Quartal 2014 so langsam gewachsen wie seit fünf Jahren nicht mehr, wie das Statistikamt am Dienstag in Peking mitteilte. Zwischen Juli und September 2014 legt die Wirtschaft im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 7,3 Prozent zu. Analysten hatten ein noch langsameres Wachstum erwartet.


Der Zuwachs liegt damit unter dem von der Staatsführung gesteckten Ziel von 7,5 Prozent für dieses Jahr. Seit dem ersten Quartal im Jahr 2009 hat Chinas Wirtschaft nicht mehr so langsam zugelegt. Damals hatte die Wachstumsrate bei 6,6 Prozent gelegen. Im zweiten Quartal war Chinas Wirtschaft auf 7,5 Prozent Wachstum gekommen.

Weniger Wachstum gewollt?


Das langsamere Wachstum in China ist zu einem gewissen Grad bewusst gewollt von der Regierung. Chinas Staatsführung will eine grundlegende Umstrukturierung der Wirtschaft anstoßen. Dafür will sie auch geringere Wachstumsraten in Kauf nehmen. Mit 7,5 Prozent liegt das Regierungsziel weit unter dem zweistelligen Turbo-Wachstum der vergangenen Jahrzehnte. Sollte es in diesem Jahr bei dem Tempo bleiben, wäre es das langsamste Wachstum seit 24 Jahren.

Chinas Staatsführung misst ihre Wirtschaftspolitik zu einem großen Teil an der Zahl der geschaffenen neuen Stellen auf dem Arbeitsmarkt. Regierungschef Li Keqiang hatte auf dem Weltwirtschaftsforum in Tianjin vergangenen Monat betont, dass in China in den ersten acht Monaten dieses Jahres fast zehn Millionen neue Arbeitsplätze geschaffen wurden.

Noch niedrigeres Niveau?

„Ein entscheidendes Ziel für stabiles Wachstum ist die Sicherung des Arbeitsmarktes“, sagte Li. Mit den bisherigen Daten fühlte sich der Ministerpräsident auf einem guten Kurs. Außerdem handle es sich bei dem Wachstumsziel nicht um exakt 7,5 Prozent, sondern „etwa“ 7,5 Prozent. Der Internationale Währungsfonds prognostizierte für China in diesem Jahr ein Wachstum von 7,4 Prozent. Im kommenden Jahr soll China Wirtschaft nur noch mit 7,1 Prozent zulegen.


Langfristig könnte sich Chinas Wachstum auf einem noch niedrigeren Niveau einpendeln. Das Analyseunternehmen „The Conference Board“ prognostizierte einen Einbruch von Chinas Konjunkturdaten in den kommenden zehn Jahren. Zwischen 2015 und 2019 werde der Zuwachs im Schnitt bei 5,5 Prozent liegen. Zwischen 2020 und 2025 werde sich die Wirtschaftsentwicklung weiter verlangsamen auf durchschnittlich 3,9 Prozent, heißt es in einer Analyse.


Im Vergleich zum geringen Wachstum in Europa und den USA erscheinen Wachstumszahlen wie in China bemerkenswert, doch sind sie für ein Schwellenland wie China mit seinem Nachholbedarf nicht hoch. Experten sehen sechs oder sieben Prozent Wachstum als Untergrenze, um ausreichend Arbeitsplätze zu schaffen und Entwicklungsprobleme zu lösen.


(mit Material von dpa-AFX)

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