Die Aktie der Deutschen Bank hielt am heutigen Donnerstag zwischendurch die rote Laterne im DAX in der Hand. Die überdurchschnittliche Schwäche hatte mehrere Gründe. Gegen Mittag dreht die Aktie aber bereits wieder auf und reduzierte das Minus deutlich. Es gibt schließlich auch eine positive Nachricht.
Die Deutsche-Bank-Aktie ist am Donnerstag weiter unter Druck geraten. Auch der DAX startete angesichts neuer Inflations- und Zinssorgen schwach in den Oktober. Diese belasten auch die Deutsche Bank. Steigende Zinsen sind zwar grundsätzlich eher positiv für Banken. In Kombination mit einer steigenden Zahl an Kreditausfällen in Deutschland können sie die Institute aber auch belasten.
Dazu passt das technische Bild: Vom Septemberhoch bei 35,85 Euro hat der Titel rund 13 Prozent abgegeben. Der Kurs liegt nun deutlich unter der 50-Tage-Linie bei 33,13 Euro. Hinzu kommt nun ein weiteres Verkaufssignal.
Die Aktie ist unter die 100-Tage-Linie gerutscht, die aktuell bei 31,34 Euro verläuft. Die 200-Tage-Linie bei 30,41 Euro rückt damit als nächste wichtige Unterstützung in den Blick. Eine Rückkehr über die 50-Tage-Linie wäre dagegen ein erstes Zeichen für eine Stabilisierung.
Unterdessen gab es auch positive Nachrichten rund um die Deutsche Bank. Laut Bloomberg prüft das Geldhaus einen Risikotransfer, der an ein Portfolio von Subscription Lines im Volumen von rund zwei Milliarden US-Dollar geknüpft ist.
Solche kurzfristigen Kredite überbrücken bei Private-Equity- und Kreditfonds die Zeit bis zum Kapitalabruf bei Investoren. Gelingt die Transaktion und wird sie aufsichtlich anerkannt, könnte sie gebundenes Kapital entlasten. Der Umfang des Kreditportfolios ist jedoch nicht mit der Höhe einer möglichen Kapitalentlastung gleichzusetzen; Konditionen und endgültige Struktur sind noch offen.
Die US-Kreditpläne unterstreichen das aktive Kapitalmanagement der Deutschen Bank, sind aber kein unmittelbarer Gewinnschub. Für die heutige Schwäche sprechen eher das belastete Börsenumfeld und die Charttechnik. Wichtig ist nun, dass zumindest die 200-Tage-Linie hält. Fundamental ist die Aktie mit einem KGV von 9 und einer Dividendenrendite von 3,6 Prozent weiter attraktiv. Darauf haben sich offenbar auch die Anleger im Tagesverlauf wieder stärker besonnen. Die Aktie bleibt ein Kauf.
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