31.01.2019 Michel Doepke

Celgene vor Fusion mit Bristol-Myers: Darauf kommt es jetzt an

-%
Bristol-Myers
Trendthema

Nach Biogen und Amgen hat mit Celgene der nächste große Biotech-Player frische Zahlen präsentiert. Diese liegen über den Erwartungen der Analysten. Ein Unternehmen dürfte die fundamentale Entwicklung bei Celgene mit Argusaugen verfolgen: Bristol-Myers Squibb (BMS). Der Konzern will gemeinsam mit Celgene einen neuen Top-Player in der Onkologie formen. Im dritten Quartal 2019 soll der Mega-Deal über die Bühne gehen.

Die Eckdaten

Celgene steigerte die Umsätze im vierten Quartal um 16,1 Prozent auf 4,04 Milliarden Dollar, 50 Millionen Dollar mehr, als von Analystenseite prognostiziert. Top-Seller war einmal mehr das Krebsmittel Revlimid, mit dem die Biotech-Gesellschaft 2,55 Milliarden Dollar umsetzte. Unter dem Strich erzielte Celgene damit einen Gewinn von 2,39 Dollar je Aktie, Analysten rechneten mit einem Ergebnis von 2,32 Dollar pro Papier.

Auch im laufenden Geschäftsjahr 2019 will Celgene weiter zulegen:

Und die Pipeline soll gestärkt werden. Neben Zulassungen in weiteren Indikationen blicken Anleger allen voran auf die nächsten potenziellen Produkte von Celgene, darunter Ozanimod, Fedratinib und Luspatercept.

Im Fokus steht auch die Fusion

Gibt es von beiden Parteien grünes Licht und auch die Kartellbehörden heben den Daumen, dann entsteht ein neuer Mega-Biotech-Konzern aus Celgene und Bristol-Myers Squibb. Oder: "Die richtige Transaktion für Celgene"

Bristol-Myers schlägt Schnäppchen

Dass Bristol-Myers die Initiative ergriffen hat und nun mit Celgene verschmelzen will, kommt nicht von ungefähr. Denn die zwei wachstumsstarken Produkte Opdivo und Yervoy werden von namhafter Konkurrenz in Form von Roche (Tecentriq) und Merck & Co (Keytruda) unter Druck gesetzt. Celgenes Börsenwert selbst ist durch verschiedene Pipeline-Rückschläge und drohenden Umsatzeinbußen durch auslaufende Patente von Revlimid in den 2020ern derart geschrumpft, dass sich das Kurs-Gewinn-Verhältnis auf lediglich 5 reduzierte. Und das bei zweistelligen Wachstumsraten. Offenbar zu günstig für Bristol-Myers Squibb. Nun muss BMS den Deal finalisieren, ein Scheitern der Mega-Fusion ist jederzeit möglich. Daher besteht bei beiden Aktien aktuell kein Handlungsbedarf.