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BYD: Ärger in Ungarn

BYD: Ärger in Ungarn
Foto: Robert Way/Shutterstock
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Michael Diertl Heute, 10:00 Michael Diertl

Der Verkaufsdruck bei den Papieren von BYD lässt nicht nach. Noch im ersten Quartal hatte sich die Aktie von dem starken Abverkauf aus dem Vorjahr erholt, doch nun droht sogar ein neues Jahrestief. Für Sorgenfalten sorgt derzeit vor allem das Werk in Ungarn, welches kurz vor dem Produktionsstart steht.

• BYD steht wegen neuer Vorwürfe rund um sein Werk in Ungarn kurz vor dem Produktionsstart unter Druck.

• Eine Arbeitnehmerrechtsorganisation erhebt schwere Anschuldigungen gegen den chinesischen E-Autobauer und dessen Subunternehmer.

• Die Vorwürfe treffen BYD in einer entscheidenden Phase der internationalen Expansion in Europa.

Die Arbeitnehmerrechtsorganisation China Labor Watch wirft dem chinesischen EV-Hersteller schwere Verstöße gegen Arbeitsrechte beim Bau der neuen Fabrik im ungarischen Szeged vor. Laut einem veröffentlichten Untersuchungsbericht sollen einige chinesische Wanderarbeiter, die über Subunternehmer und Vermittlungsfirmen beschäftigt wurden, unter problematischen Bedingungen gearbeitet haben. Die Organisation spricht unter anderem von möglicher Schuldknechtschaft, illegaler Visanutzung sowie extrem langen Arbeitszeiten.

Für die Untersuchung führte China Labor Watch nach eigenen Angaben Gespräche mit rund 50 Arbeitern und beruft sich zudem auf Hinweise eines Whistleblowers aus dem Werk. Demnach seien teilweise Sieben-Tage-Wochen und Schichten über die gesetzlichen Höchstgrenzen hinweg üblich gewesen. Einige Beschäftigte hätten zudem berichtet, vor möglichen Kontrollen angewiesen worden zu sein, falsche Angaben zu ihren tatsächlichen Arbeitszeiten zu machen. Kritisiert wird außerdem ein komplexes System aus Vermittlern und Subunternehmen, das finanzielle Risiken auf die Arbeiter verlagern soll.

BYD wies die Vorwürfe zurück und erklärte, dass Arbeitnehmerrechte höchste Priorität hätten. Sowohl das Unternehmen selbst als auch alle Dienstleister und Zulieferer würden die geltenden Vorschriften strikt einhalten. Der Konzern betonte zudem, dass sämtliche Aktivitäten in Ungarn verantwortungsvoll und transparent durchgeführt würden.

Die Vorwürfe treffen BYD in einer wichtigen Phase der internationalen Expansion. Das Werk in Szeged ist die erste große Produktionsstätte des Konzerns in der EU und spielt eine zentrale Rolle bei den globalen Wachstumsplänen des Unternehmens. BYD will seine Verkäufe außerhalb Chinas in diesem Jahr um mehr als 40 Prozent auf rund 1,5 Millionen Fahrzeuge steigern.

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BYD (WKN: A0M4W9)

Die schweren Vorwürfe gegenüber BYD in Ungarn sind nicht auf die leichte Schulter zu nehmen, schließlich ist von der Fabrik ein Großteil der Expansionspläne nach Europa abhängig. Anleger warten die Situation ab und halten an ihrer Position fest. Ein Nachkauf drängt sich angesichts der Umstände derzeit allerdings nicht auf. Welche Aktien aus dem chinesischen EV-Sektor man außerdem auf dem Schirm haben sollte, erfahren Sie im Börsenbrief China Stock Report.

Zum Börsenbrief

Warum gilt BYD als einer der wichtigsten Elektroautohersteller der Welt?

BYD zählt dank seiner starken Position bei Elektroautos, Batterietechnologie und Plug-in-Hybriden inzwischen zu den größten und am schnellsten wachsenden Autoherstellern weltweit.


Welche Rolle spielt Europa für die Strategie von BYD?

Europa gilt als zentraler Wachstumsmarkt. Mit eigenen Produktionsstätten und einer wachsenden Modellpalette will BYD seine internationale Präsenz deutlich ausbauen.


Was unterscheidet BYD von vielen Konkurrenten?

Der Konzern kontrolliert große Teile seiner Wertschöpfungskette selbst – von Batterien über Chips bis hin zur Fahrzeugproduktion – und kann dadurch Kosten und Produktion effizient steuern.

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