Der DAX dürfte etwas schwächer in den Tag starten, nachdem die Erholung am Mittwoch abgebrochen wurde. Nach drei Gewinntagen in Folge verlor der DAX 1,4 Prozent auf 25.104 Punkte; am Dienstag hatte er zeitweise noch über 25.500 Zählern gestanden. Belastet haben hohe Anleiherenditen, vor allem in Frankreich sowie der hohe Ölpreis.
Das Thema des Tages bleibt der Anleihemarkt. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen stieg am Mittwoch in der Spitze auf 5,36 Prozent. Das am Abend veröffentlichte Protokoll der US-Notenbank zeigte, dass alle 19 Währungshüter die Zinserhöhung vom September mitgetragen hatten; eine weitere Anhebung bis zum Jahresende gilt am Markt als wahrscheinlich. In Europa kletterte die Rendite zehnjähriger französischer Staatspapiere zeitweise auf 4,91 Prozent, die der Bundesanleihe auf 3,49 Prozent. Frankreichs Notenbankchef Emmanuel Moulin sah sein Land beim Staatsdefizit in einer Risikozone.
Heute richtet sich der Blick auf die Notenbanken und den US-Arbeitsmarkt. Um 13:30 Uhr legt die EZB das Protokoll ihrer Ratssitzung vom 9./10. September vor, um 14:30 Uhr folgen die wöchentlichen US-Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe. Erwartet werden 200.000 Anträge nach 197.000 in der Vorwoche. Andreas Lipkow, Marktexperte beim Handelshaus CMC Markets, hatte am Mittwoch darauf verwiesen, dass die Rally an der Wall Street zunehmend von wenigen großen Technologieunternehmen getragen werde. Auf der Unternehmensseite berichten Südzucker und PepsiCo, Mercedes-Benz hält am späten Nachmittag seinen Pre-Close-Call zum dritten Quartal ab.
Anleger dürften zudem weiter die Vortagesgewinner und -Verlierer im DAX im Blick haben. Schwächster Wert war am Mittwoch Fresenius Medical Care mit einem Minus von 6,9 Prozent nach dem überraschenden Chefwechsel: Shervin Korangy löst zum 12. Oktober Helen Giza ab. Infineon verlor 5,8 Prozent, Mercedes-Benz nach einem erneut rückläufigen Absatz in China 2,1 Prozent. An der Spitze standen Scout24 und die Deutsche Telekom.
Am Rohstoffmarkt schloss Brent am Mittwoch 0,4 Prozent tiefer bei 100,20 Dollar je Barrel, nachdem die Internationale Energieagentur eine schnellere Freigabe von Ölreserven angekündigt hatte. Im asiatischen Handel zogen die Ölpreise heute wieder an; Meldungen über einen Tankerangriff vor Katar schürten Angebotssorgen. Gold erholte sich von seinem Zweimonatstief in Richtung 4.140 Dollar je Feinunze. Der Bitcoin kostete zuletzt rund 82.350 Dollar, 2,0 Prozent weniger als 24 Stunden zuvor.
An der Wall Street nahmen Anleger am Mittwoch nach den Rekorden vom Dienstag Gewinne mit. Der Dow Jones Industrial fiel um 0,7 Prozent auf 51.180 Punkte, der S&P 500 um 0,2 Prozent auf 7.802 Zähler und der Nasdaq 100 um 0,2 Prozent auf 31.160 Punkte. Nachbörslich legte Levi Strauss nach Quartalszahlen und einer angehobenen Gewinnprognose rund ein Prozent zu.
In Asien setzten sich die Verluste heute fort. Der Nikkei 225 notierte zuletzt 0,9 Prozent tiefer bei 69.371 Punkten, nachdem er am Mittwoch bereits 0,9 Prozent verloren hatte. In Seoul reichte selbst ein Rekord nicht für Kursgewinne: Samsung Electronics stellte für das dritte Quartal ein operatives Ergebnis von rund 107,4 Billionen Won in Aussicht, die Aktie gab im frühen Handel dennoch leicht nach.
DER AKTIONÄR wird im Laufe des Tages über sämtliche wichtigen Entwicklungen und Neuigkeiten an den nationalen und internationalen Märkten berichten.
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