Der DAX dürfte heute weitgehend unverändert in den Handel starten. Zwei Stunden vor Börsenstart taxiert IG Broker den Leitindex auf 25.410 Punkte, was einem Minus von 0,04 Prozent entsprechen würde. Gestern ging der DAX mit 25.415 Punkten aus dem Handel, ein Minus von 0,6 Prozent. Im Tageshoch stand er bei 25.549 Zählern, im Tief bei 25.326.
Damit bleibt er in Sichtweite seines Verlaufstiefs seit Ende Juli bei 25.361 Punkten, das er vergangenen Donnerstag markiert hatte. Seit dem Rekordhoch vom 28. August bei 26.619 Punkten hat der Index gut 1.200 Zähler abgegeben.
Das Thema des Tages kommt aus dem Silicon Valley. Anthropic-Chef Dario Amodei hatte am Samstag in einem Aufsatz gefordert, das Entwicklungstempo bei den leistungsfähigsten KI-Modellen zu drosseln, und diese Position am Sonntag im amerikanischen Fernsehen bekräftigt. Die Chefs von OpenAI und xAI, Sam Altman und Elon Musk, schlossen sich der Forderung an. An den Börsen traf das zuerst die Halbleiterwerte und die Ausrüster der Rechenzentren. Im DAX verloren Infineon 7,7 Prozent und Siemens Energy 8,0 Prozent, im Dow gab Nvidia 3,3 Prozent ab. Wie weit die Debatte in die Lieferkette hineinreicht, lesen Sie in unserer Analyse zum KI-Komplex.
Auf der Terminseite steht heute der ZEW-Index im Mittelpunkt. Das Mannheimer Barometer war zuletzt vier Monate in Folge gestiegen und hatte im August mit plus 34,2 Punkten den höchsten Stand seit Februar erreicht. Unternehmenstermine stehen heute nicht an.
Anleger dürften zudem weiter die Vortagesgewinner und -Verlierer im DAX im Blick haben. Deutlich zulegen konnten wieder SAP (plus fünf Prozent), dazu Fresenius Medical Care (2,9 Prozent) und Bayer (2,4 Prozent). Hingegen verbuchten Infineon, Hochtief und Siemens Energy Verluste zwischen acht und neun Prozent.
Der Ölmarkt bleibt der Taktgeber. Ein Fass der Nordseesorte Brent kostet am Morgen rund 109 Dollar (94,4 Euro) und damit gut 4 Prozent mehr als vor 24 Stunden. Hintergrund ist die weiter ungeklärte Lage an der Straße von Hormus; zusätzlich musste Saudi-Arabien nach Drohnenangriffen eine wichtige Pipeline abschalten, weil auch die Meerenge Bab al-Mandab bedroht ist. Gold gibt vor dem Zinsentscheid nach und notiert bei 4.288 Dollar (3.714 Euro), ein Minus von 1,4 Prozent. Bitcoin zieht dagegen um 2,7 Prozent auf rund 68.000 Euro an.
An der Wall Street ging es am Montag ebenfalls abwärts. Der Dow Jones Industrial verlor 0,3 Prozent auf 52.421 Punkte, der S&P 500 gab 0,5 Prozent auf 7.620 Zähler nach, der Nasdaq Composite verlor 0,6 Prozent auf 26.186 Punkte. Schwächste Dow-Werte waren Caterpillar mit einem Abschlag von 4,2 Prozent, Goldman Sachs mit 4,0 Prozent und Nvidia mit 3,3 Prozent, auf der Gewinnerseite standen Salesforce mit plus 4,7 Prozent und Alphabet mit 2,2 Prozent. Bank of America verlor mehr als 5 Prozent nach einem schwachen Ausblick auf die Investmentbanking-Gebühren: 1,60 bis 1,80 Milliarden Dollar (1,39 bis 1,56 Milliarden Euro) im dritten Quartal, 10 bis 20 Prozent unter Vorjahr. Am Anleihemarkt sprang die Rendite zehnjähriger US-Papiere zeitweise über 5,0 Prozent, den höchsten Stand seit 2023.
In Asien fällt das Bild heute Morgen uneinheitlich aus. Der Nikkei 225 gewinnt 0,6 Prozent, während der breiter gefasste Topix 0,1 Prozent verliert. In Südkorea gibt der Kospi 0,3 Prozent nach, der australische S&P/ASX 200 verliert 0,7 Prozent. Aus China kamen gemischte Konjunkturdaten: Die Industrieproduktion wuchs im August um 5,2 Prozent gegenüber Vorjahr und damit stärker als die erwarteten 4,8 Prozent, die Einzelhandelsumsätze legten mit 0,4 Prozent jedoch schwächer zu als die prognostizierten 0,8 Prozent. Die Sachinvestitionen sanken seit Jahresbeginn um 7,2 Prozent.
DER AKTIONÄR wird im Laufe des Tages über sämtliche wichtige Entwicklungen und Neuigkeiten an den nationalen und internationalen Märkten berichten.
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