Update
Der Frühstarter nennt BASF, Rheinmetall und Henkel als Verlierer des Freitags – der Auslöser lag bei allen dreien nicht im Geschäft, sondern auf den Analystenschreibtischen. BASF verlor rund 2,7 Prozent auf 51,92 Euro, weil JPMorgan die Aktie auf „Underweight“ beließ; Bernstein SocGen hält dagegen an 62 Euro fest. Rheinmetall rutschte 2,2 Prozent auf 991,60 Euro, JPMorgan warnt vor einem margenärmeren Produktmix. Henkel gab 1,9 Prozent auf 72,30 Euro nach, trotz Kursziel 82 Euro der Deutschen Bank.
Heute zählt die Rückeroberung der gerissenen Linien: BASF kippte am Freitag unter die 20-Tage-Linie, Henkel schon am Mittwoch bei 73,92 Euro unter die 50-Tage-Linie, Rheinmetall liegt unter beiden – 1.110,50 und 1.297,20 Euro.
Vorbörslich war der DAX noch mit einem Minus von 0,3 Prozent auf 25.490 Punkte taxiert worden — und genauso verhalten ist er dann auch in die neue Handelswoche gestartet: Zur Eröffnung gab der deutsche Leitindex 0,3 Prozent auf 25.499 Punkte nach, aktuell notiert er bei 25.401 oder 0,6 Prozent im Minus.
---------------------------------------------------------------------------------------
Der DAX dürfte heute mit einem Minus von 0,3 Prozent in die neue Handelswoche starten. Der deutsche Leitindex hatte sich am Freitag gefangen und 0,8 Prozent höher bei 25.569 Punkten geschlossen. Damit hielt der DAX die 100-Tage-Linie klar, auf Wochensicht blieb dennoch ein Minus von 1,8 Prozent stehen.
Eröffnet hatte der Index am Freitag bei 25.479 Punkten, die Tagesspanne reichte von 25.396 bis 25.581 Zählern. Der MDAX kam 0,2 Prozent voran auf 31.664 Punkte, der EuroStoxx 50 gewann 0,9 Prozent auf 6.325 Zähler.
Das Wochenende hat der neuen Handelswoche gleich einen Dämpfer mitgegeben. Das für heute im omanischen Salalah angesetzte Außenministertreffen der Golfstaaten wurde in der Nacht zum Montag kurzfristig verschoben. Oman und der Iran wollten dort eine gemeinsam vorbereitete Vereinbarung zum festgefahrenen Streit um die Straße von Hormus vorstellen, die übrigen Golfstaaten waren zur Unterrichtung geladen. Omans Außenminister Badr al-Busaidi begründete den Schritt auf der Plattform X mit dem Interesse an einem breiteren Konsens; einen neuen Termin nannte er nicht. Bahrain hatte zuvor angekündigt, das Treffen zu boykottieren, die Vereinigten Arabischen Emirate wollten nur einen Staatssekretär entsenden. Für den Ölmarkt bedeutet das: Die Hoffnung auf eine schnelle Entspannung an der Meerenge ist erst einmal vertagt. Vor dem Krieg liefen rund 20 Millionen Barrel Öl und Ölprodukte täglich durch Hormus, US-Energieminister Chris Wright bezifferte den Durchsatz am 9. September auf knapp elf Millionen Barrel im Siebentagesmittel.
Am Rohstoffmarkt hatte sich die Lage zum Wochenschluss noch etwas beruhigt. Brent war in der Nacht zum Freitag nach weiteren Angriffen auf Tanker in der Straße von Hormus und Gefechten zwischen jemenitischen Huthi-Milizen und saudisch unterstützten Kräften bis nahe an die Marke von 110 Dollar gestiegen, fiel dann aber unter 105 Dollar zurück und notierte zuletzt bei 104,15 Dollar je Fass. Die US-Sorte WTI schloss 2,3 Prozent tiefer bei 100,13 Dollar. Seit Jahresbeginn hat sich Brent damit immer noch um fast 80 Prozent verteuert – das ist die eigentliche Rechnung, die Notenbanken und Anleger derzeit aufmachen. Gold hielt sich bei rund 4.348 Dollar je Unze, Bitcoin notierte bei etwa 67.000 Dollar.
Die Wall Street lieferte eine freundliche Vorlage. Der Dow Jones Industrial legte am Freitag 1,0 Prozent auf 52.573 Punkte zu, der S&P 500 gewann 0,9 Prozent auf 7.657 Zähler und beendete damit eine viertägige Verlustserie, der Nasdaq Composite stieg 1,0 Prozent auf 26.333 Punkte. Das Angstbarometer VIX fiel um 11,2 Prozent auf 15,84. Auslöser war eine Verbraucherpreisstatistik, die im Rahmen der Erwartungen lag: Die Jahresrate verharrte bei 3,4 Prozent, nur die Kernrate fiel im Monatsvergleich mit 0,3 Prozent etwas höher aus als gedacht. Auf Wochensicht blieb es dennoch bei Verlusten – der Dow gab 1,6 Prozent ab, der S&P 500 0,8 Prozent, der Nasdaq 0,7 Prozent, der Nebenwerteindex Russell 2000 sogar 2,4 Prozent. Für Bewegung sorgten die Zahlen von Oracle: Dell sprangen um zwölf Prozent auf ein Rekordhoch, Hewlett Packard Enterprise ebenfalls 12 Prozent und HP 8,4 Prozent, während Oracle selbst 1,8 Prozent nachgaben. Am Zinsmarkt preisen die Futures inzwischen eine Wahrscheinlichkeit von nahezu 90 Prozent für eine Zinserhöhung der Fed am Mittwoch ein.
In Asien fehlt zum Wochenstart die gemeinsame Richtung. In Tokio lag der Nikkei 225 am frühen Morgen 0,8 Prozent tiefer bei 63.499 Punkten, belastet von der Erwartung, dass auch die Bank of Japan am Freitag an der Zinsschraube dreht – der Yen war zuletzt auf den höchsten Stand seit sieben Monaten geklettert. In Hongkong hielt sich der Hang Seng mit 0,1 Prozent im Plus bei 24.833 Zählern. Die Kursstände von den chinesischen Festlandbörsen lagen zum Redaktionsschluss noch nicht vor.
Im DAX dürften sich die Blicke heute erneut auf die größten Gewinner und Verlierer des letzten Handelstages richten. So konnten Infineon, Telekom und Siemens Energy deutlich zulegen. Deutlich bergab ging es hingegen mit BASF, Rheinmetall und Henkel.
DER AKTIONÄR wird im Laufe des Tages über sämtliche wichtige Entwicklungen und Neuigkeiten an den nationalen und internationalen Märkten berichten.
Heute, 10:26
Bei Google bevorzugen