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05.07.2019 Leon Müller

BMW: Die Schreckensbilanz von CEO Harald Krüger und was der Chefwechsel für Aktionäre bedeuten könnte

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BMW

Harald Krüger schmeißt hin. Wenn sein Vertrag Ende April 2020 ausläuft, dann hatte der Manager gerade einmal fünf Jahre das Steuer beim Münchener Automobilkonzern BMW in der Hand. Seit seinem Antritt im Mai 2015 hat sich der Aktienkurs des Konzerns negativ entwickelt, absolut und in Relation zum DAX. Gemessen an dieser Entwicklung zählt er zu den schwächsten DAX-Chefs der vergangenen Jahre, wie eine Untersuchung des AKTIONÄR zeigt. Anleger, die schon länger an ihren BMW-Aktien festhalten, erinnern sich daher zu gern an Krügers Vorgänger im Amt, Norbert Reithofer, zurück. Der brachte ihnen zweistellige Renditen. 

Nachdem zuletzt immer intensiver über einen möglichen Wechsel an der Spitze des Automobilherstellers BMW diskutiert wurde, hat das Unternehmen seinen Aktionären heute reinen Wein eingeschenkt: CEO Harald Krüger steht nicht für eine weitere Amtszeit zur Verfügung. Sein Vertrag läuft noch bis Ende April 2020. 

6,4 Prozent Minus – pro Jahr

Krüger, der seinen Dienst als CEO im Mai 2015 antrat, wird aller Voraussicht nach als eher glückloser Konzernlenker in die Geschichtsbücher bei BMW eingehen. Einer Untersuchung der Performance aller DAX-Konzernchefs zufolge, die DER AKTIONÄR erstmals Anfang Juni veröffentlicht hatte, zählt Krüger zu den Worst-Performern. Seine Bilanz: Die BMW-Aktie hat seit seinem Amtsantritt 6,4 Prozent an Wert verloren, pro Jahr. In Summe ergibt sich aus der Untersuchung ein Wertverlust in Höhe von 23,8 Prozent. Bezogen auf die Marktkapitalisierung ist so ein Verlust von 23,7 Milliarden Euro entstanden (alle Angaben beziehen sich auf den Stichtag 30. Juni 2019). 


Wie der nachstehende Chart verdeutlicht, hat BMW in dieser Zeit erheblich schlechter performt als etwa der Deutsche Aktienindex, der die Entwicklung der 30 größten börsennotierten deutschen Unternehmen abbildet. 
BMW (WKN: 519000)
Bei der ersten Veröffentlichung des großen AKTIONÄR-DAX-CEO-Checks Anfang Juni fiel die Bilanz von Harald Krüger noch dunkler aus: Zum Stichtag 3. Juni 2019 betrug der Wertverlust noch 27,9 Prozent. Seither hat sich die Aktie des Münchener Automobilkonzerns von ihren Tiefständen leicht erholt.

Dr.-Ing. Norbert Reithofer brachte 13,9 Prozent pro Jahr

Im Vergleich dazu nimmt sich die Bilanz von Krügers Vorgänger geradezu märchenhaft aus: Dr.-Ing. Norbert Reithofer bescherte BMW-Anlegern eine jährliche Rendite in Höhe von 13,9 Prozent. In Summe verteuerte sich die Aktie des Automobilherstellers um 211,4 Prozent. Reithofer schuf 40,7 Milliarden Euro Börsenwert – belegt damit Rang 3 aller Vorgänger-CEOs. Damit performte die Aktie von BMW in seiner Amtszeit nicht nur deutlich besser als das Gros aller anderen DAX-Unternehmen, sondern auch als der DAX selbst.

Drei CEO-Generationen in einem Bild: Links Harald Krüger, rechts Norbert Reithofer und in der Bildmitte Eberhard v. Kuenheim, ehemaliger Vorstands- und Aufsichtsratsvorsitzender der BMW AG.
BMW (WKN: 519000)

Harald Krüger bescherte Anlegern des Münchener Automobilherstellers während seiner Amtszeit vor allem eines: Kursverluste. Die Ankündigung, er werde 2020 für keine weitere Amtszeit als CEO zur Verfügung stehen, könnte für BMW-Aktionäre folglich positives bedeuten. Gelingt es dem Aufsichtsrat um Vorgänger Dr. Norbert Reithofer einen geeigneten Nachfolger für Krüger zu finden, könnte die Durststrecke ein Ende haben. 

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