Keiner hat die Börse so hautnah miterlebt wie Börsenstar Jim Cramer. Jetzt zieht die CNBC-Ikone die Reißleine: Aus Angst vor Quantencomputern will der Moderator sämtliche Bitcoin-Bestände verkaufen. Der Grund: IBM-Chef Arvind Krishna warnt, dass bereits in drei bis vier Jahren die Verschlüsselung der Kryptowährung unter Druck geraten könnte.
Die Warnung hat es in sich – und sorgt in der Krypto-Welt für Aufsehen: CNBC-Moderator Jim Cramer (siehe Bild unten) will sich von seinen gesamten Bitcoin-Beständen trennen. Der Grund ist nicht etwa ein möglicher Kurseinbruch oder eine neue Regulierung, sondern eine technologische Bedrohung, die bislang vor allem in Fachkreisen diskutiert wurde: Quantencomputer.
Über das Risiko sprach Cramer in seiner Sendung „Mad Money“ mit IBM-Chef Arvind Krishna. Der Manager gilt als einer der führenden Experten im Bereich Quantencomputing und treibt die Entwicklung entsprechender Technologien beim US-Konzern voran.
Quantencomputer: Der Angriff auf das Bitcoin-Fundament?
Krishna warnte dabei vor einem möglichen Wettlauf gegen die Zeit. Seine Einschätzung: Bereits in drei bis vier Jahren könnten leistungsfähige Quantencomputer in der Lage sein, die kryptografischen Schutzmechanismen von Bitcoin und anderen Kryptowährungen ernsthaft anzugreifen.
„Dann ist der Zeitpunkt gekommen, paranoid zu werden“, erklärte Krishna sinngemäß. Eine Aussage, die bei Cramer offenbar Wirkung zeigte.
Der Moderator reagierte prompt und kündigte an, seine Bitcoin-Bestände verkaufen zu wollen. „Man muss diesen Mann ernst nehmen, weil er kommerzielle Quantenprojekte vorantreibt“, begründete Cramer seine Entscheidung. Gerade weil Krishna die Entwicklung aus erster Hand kenne, wolle er nicht bis 2029 oder 2030 warten.
Noch skeptischer blickt Cramer auf Ethereum. Dort sieht er die Risiken durch mögliche Quantenangriffe sogar als noch größer an.
Das Risiko ist real – aber der Zeitpunkt umstritten
Die Sorge vor Quantencomputern ist allerdings nicht völlig aus der Luft gegriffen. Moderne Kryptowährungen basieren auf kryptografischen Verfahren, die theoretisch durch ausreichend leistungsfähige Quantencomputer überwunden werden könnten.
Ein Paper von Google Quantum AI aus dem März 2026 sorgte zuletzt für zusätzliche Diskussionen. Demnach könnte die benötigte Rechenleistung für einen erfolgreichen Angriff auf Bitcoin geringer ausfallen als bislang angenommen. Die Forscher kamen zu dem Ergebnis, dass die erforderliche Kapazität rund 20-mal niedriger liegen könnte als frühere Schätzungen.
Besonders im Fokus stehen ältere Bitcoin-Wallets, bei denen öffentliche Schlüssel bereits sichtbar sind. Schätzungen zufolge könnten davon rund 30 Prozent aller sich im Umlauf befindlichen Bitcoin betroffen sein – also etwa sechs bis sieben Millionen BTC.
Bitcoin unter Druck – doch die Community bleibt gelassen
Cramers Warnung trifft Bitcoin in einer ohnehin schwierigen Marktphase. Nach dem Höhenflug bis auf über 126.000 Dollar im Oktober 2025 folgte eine deutliche Korrektur. Zwischenzeitlich fiel die Kryptowährung unter die Marke von 60.000 Dollar. Aktuell notiert Bitcoin bei rund 64.000 Dollar – mehr als 25 Prozent unter dem Jahreshoch und etwa 50 Prozent unter dem Rekordstand.
Trotz der dramatischen Schlagzeilen bleiben viele Bitcoin-Anhänger erstaunlich gelassen. Der Grund: Jim Cramer gilt in der Krypto-Szene seit Jahren als einer der bekanntesten Kontraindikatoren. Ein prominentes Beispiel ist sein Rat, digitale Vermögenswerte zu verkaufen, kurz nachdem die Kryptobörse FTX im Jahr 2022 zusammengebrochen war. Wenig später setzte der Bitcoin-Kurs zu einer kräftigen Erholung an.
Ob Cramer seine Bitcoin tatsächlich bereits verkauft hat, ist bislang allerdings nicht bestätigt. Fest steht nur: Die Diskussion über das Quantenrisiko dürfte die Krypto-Branche noch lange beschäftigen. DER AKTIONÄR rechnet aktuell nicht damit, dass die Bitcoin-Blockchain zeitnah geknackt wird. Wer mehr über Jim Cramers irre Karriere erfahren und gleichzeitig sein Börsenwissen auffrischen will, dem sei das Buch „Bekenntnisse eines Wall-Street-Süchtigen“ ans Herz gelegt.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: nxtAssets Bitcoin direct, nxtAssets Ethereum direct.
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