24.01.2019 Börsen. Briefing.

Bitcoin: "Es geht gegen null" versus 10.000.000 US-Dollar – Wohin läuft der Bitcoin-Kurs?

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Bitcoin
Trendthema

Bitcoin hat einen rasanten Absturz hinter sich, ist nach knapp 20.000 US-Dollar in der Spitze nur noch 3.550 US-Dollar wert. Insgesamt flossen zuletzt 480 Milliarden US-Dollar aus Kryptowährungen ab. Seither ist es ruhig geworden um den (einstigen) Hoffnungsträger. Jetzt kursieren zwei neue Kursziele in der Welt, die weiter nicht auseinanderliegen könnten ...

Hören Sie die Jubelgesänge auf den Bitcoin? Nein? Da ist auch nichts. Es ist still geworden. Die Kryptowährung Nr. 1 hat ein desaströses Jahr hinter sich. Nach Erreichen des Allzeithochs Ende 2017 flossen in Summe 480.000.000.000 US-Dollar aus Kryptowährungen ab. Der Bitcoin-Kurs sank von knapp 20.000 US-Dollar auf jetzt 3.550 US-Dollar. Noch aber ist das Thema nicht in der Bedeutungslosigkeit versunken. Immerhin: Auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos fand eine Panel-Diskussion zum Thema Blockchain statt. Mit dabei: Jeff Schumacher, Gründer von BCG Digital Ventures. Sein Unternehmen investiert massiv in Unternehmen mit Fokus auf die Blockchain. Auf das Thema Bitcoin und die Kursentwicklung angesprochen allerdings reagierte Schumacher wenig optimistisch. "Ich glaube es geht gegen null." Die Begründung für seine These: "Ich denke, es ist eine großartige Technologie, aber ich glaube nicht, dass es eine Währung ist." Widerspruch in der Runde?

Nein. Glenn Hutchins, Mitgründer von Silver Lake Partners (u.a. beteiligt an Alibaba, Ant Financial, Dell, Tesla), fügte an, dass sein Investment-Fokus auf der Blockchain-Technologie und nicht auf Bitcoin als Währung liege. Zustimmung erhielt er von Edith Yeung von 500 Startups aus San Francisco.

Von anderer Seite allerdings erreichte den Markt vor wenigen Tagen eine ganz andere, steile These. Ihr zufolge könnte der Bitcoin-Kurs zunächst zwar weiter fallen, dann aber neue, bisher unerreichte Höhen erreichen ... 

Die Vermögensverwaltungsgesellschaft Lucid Investment Strategies zufolge ist Bitcoin in der Lage, das Problem der globalen Schulden zu lösen. 247 Billionen US-Dollar Schulden stünden derzeit noch 317 Billionen US-Dollar Vermögen gegenüber – der Abstand allerdings verringere sich zunehmend. Eine Masseninvestition in Bitcoin könnte Abhilfe schaffen, so Lucid Investment. Der Kurs für ein Bitcoin würde dann auf 10.000.000 US-Dollar steigen. 

Bis es allerdings dazu kommen könnte, müsste einiges geschehen. Altcoins müssten aus dem Markt genommen werden, Regulierungsbehörden einschreiten. Im Zuge dieser Marktbereinigung würde auch der Bitcoin zunächst weiter an Wert verlieren und könnte bis auf 1.000 US-Dollar zurückfallen.

Dann würde ein holpriger Weg nach oben beginnen. Mit diversen Widerstandsmarken, allen voran dem Allzeithoch aus dem Jahr 2017. Den Knoten endgültig lösen würde ein Sprung über 400.000 (!) US-Dollar. Den in diesem Moment würde Bitcoin Gold bei der Marktkapitalisierung übertreffen und somit als sicheren Hafen Nr. 1 ablösen. Die Folge wäre ein rascher Anstieg bis auf eine Million Dollar, und von da an sei es ein Kinderspiel bis zum Zehn- Millionen-Ziel. Steile These, philosophisch begründet: „Ob wir glauben, dass Bitcoin als Lösung für die Schuldenkrise gewählt wird, ist die falsche Frage. Die richtige lautet: Haben wir eine Wahl? Und wie wahrscheinlich ist es, dass sich das Problem mit der wirtschaftlichen Ungleichheit von alleine löst?“

Unwahrscheinlich, aber angesichts der Äußerungen in Davos ist es ebenso unwahrscheinlich, dass Bitcoin oder andere Kryptowährungen auf breite Akzeptanz in der Investmentszene treffen. Und ohne diese ist ein Sturzflug bis auf Null wahrscheinlicher.

 

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