Börsen-Achterbahn: So handeln clevere Anleger richtig
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29.01.2020 Maximilian Völkl

Bieterschlacht um ThyssenKrupp – Kone bietet 17 Milliarden – und jetzt?

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ThyssenKrupp

Das Rennen um die Übernahme der Aufzugssparte von ThyssenKrupp läuft weiter auf Hochtouren. Am Dienstag hat der finnische Wettbewerber Kone bestätigt, ein nicht-bindendes Angebot für ThyssenKrupp Elevator abgegeben zu haben. 17 Milliarden Euro soll die Offerte schwer sein – und die bisherigen Angebote damit übersteigen.

Laut Bloomberg hatte Kone gemeinsam mit dem Partner CVC angestrebt, die Angebote der konkurrierenden Finanzinvestoren um eine Milliarde Euro zu überbieten. Als Wettbewerber können die Finnen hohe Synergien heben und können deshalb mehr Geld zahlen.

ThyssenKrupp soll beim Kone-Angebot die Wahl zwischen einer Bezahlung komplett in bar oder in bar und Aktien haben. Um die wettbewerbsrechtlichen Hürden zu umgehen, soll CVC das Europa-Geschäft von ThyssenKrupp, in dem es starke Überschneidungen mit Kone gibt, übernehmen. Kone will auch die kompletten Risiken im Zusammenhang mit den Kartellbehörden übernehmen und eine milliardenschwere Vorauszahlung an ThyssenKrupp leisten, die der MDAX-Konzern in jedem Fall behalten dürfe.

Das Angebot von Kone ist lukrativ. Dennoch bleiben Fragen offen. Eine Vorauszahlung ist rechtlich umstritten. Außerdem droht trotz der Zugeständnisse mit CVC eine aufwendige kartellrechtliche Prüfung – nicht nur in der EU. Das würde die Übernahme verzögern, so dass die klammen Kassen von ThyssenKrupp vorerst leer bleiben. Ein weiterer Kritikpunkt: Die mächtigen Gewerkschaften würden wohl einen Finanzinvestor als Käufer bevorzugen, da bei einem strategischen Käufer wie Kone aufgrund der Synergien mehr Stellen gestrichen werden könnten.

ThyssenKrupp (WKN: 750000)

Das Management von ThyssenKrupp muss nun schnell entscheiden, welche Lösung attraktiver erscheint. Beide Seiten haben ihre Vor- und Nachteile – zumal noch immer nicht abschließend geklärt ist, ob überhaupt ein Komplettverkauf der Sparte angestrebt wird.

In einer ersten Reaktion hat die Aktie nach Eingang des Kone-Angebots rund fünf Prozent zugelegt. Nachhaltig dürfte dies aber noch nicht sein. Die ThyssenKrupp-Aktie bleibt ausnahmslos spekulativen Anlegern vorbehalten, die auf einen erfolgreichen Turnaround des Traditionskonzerns setzen wollen.

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