17.01.2019 Marion Schlegel

BB Biotech: Das perfekte Biotech-Gebilde

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BB Biotech
Trendthema

Was für ein Jahresstart für BB Biotech: Eine milliardenschwere Übernahme im Portfolio sowie gleich mehrere positive Unternehmensmeldungen sorgten für kräftige Kurszuwächse bei den Portfolio-Unternehmen. Zudem sorgt die Anpassung der Anlagestrategie (vgl. Daniel Koller von BB Biotech: „Stärkerer Fokus auf neuartige Technologien“) für zusätzliche Fantasie.

Jahrelange Investition zahlt sich aus

Direkt nach dem Jahreswechsel kündigte Bristol-Myers an, Celgene – die drittgrößte Position von BB Biotech – übernehmen zu wollen. Seitdem ist die Aktie von Celgene mehr als 30 Prozent nach oben geschossen. Erhielte Bristol das finale Okay, wäre es für BB Biotech der Abschluss eines jahrelangen erfolgreichen Investments. Bereits vor fast 19 Jahren hat die Schweizer Beteiligungsgesellschaft die ersten Anteile an Celgene erworben. Damals, im Jahr 2000, war das Papier von Celgene zeitweise noch für weniger als drei Dollar zu haben. Jetzt notiert die Aktie bei 87,52 Dollar – ein Vervielfacher. Und von dieser Sorte gab es in der über 25-jährigen Erfolgsgeschichte von BB Biotech mittlerweile einige. Avexis, das im vergangenen Jahr von Novartis geschluckt wurde, ist ein weiteres Beispiel.

Am 27. Dezember 1993 feierte BB Biotech sein Debüt an der Schweizer Börse. Zu Beginn belief sich die Marktkapitalisierung auf rund 340 Millionen Franken, heute liegt sie bei 3,6 Milliarden Franken. Wiederangelegte Dividenden eingeschlossen, ergibt sich eine Gesamtrendite von mehr als 2.000 Prozent. Und auch in Zukunft will BB Biotech überproportional zulegen. Um dies zu erreichen, will das Unternehmen seine Strategie modifizieren und hier stärkeren Fokus auf Gesellschaften mit neuartigen Technologien wie RNA-basierte und Gentherapien legen. Dabei will man verstärkt auf chancenreiche Vertreter aus dem Small-/Mid-Cap-Bereich setzen (siehe Interview auf Seite 29 sowie Grafik unten).

Newsflow hat gerade erst begonnen

Aber auch das bestehende Portfolio kann sich sehen lassen. Zuletzt überzeugte die Nummer 2, Neurocrine, mit einem hervorragenden Ausblick für 2019 und die Nummer 8, Sage Therapeutics, lieferte Top-Phase-3-Ergebnisse zum Medikamentenkandidaten SAGE-217 zur Behandlung einer speziellen Form von Depressionen. Die Aktie vollzog daraufhin einen Kurssprung von mehr als 42 Prozent. Am 19. März wird zudem bei einem weiteren Projekt von der US-Gesundheitsbehörde FDA der Zulassungsentscheid erwartet.

Im Portfolio erwartet Daniel Koller, Chef des Managementteams, im ersten Halbjahr sogar eine ganze Reihe von Neuigkeiten: „Neben einigen wichtigen großen Studien ist beispielsweise Myovant interessant. Das Unternehmen bringt 2019 fünf Phase-3-Studien, unter anderem zu Endometriose und Uterusmyomen. Für eine kleine Firma wie Novavax stehen wichtige Daten für die RSV-Vakzine für schwangere Mütter auf der Agenda. Hierbei soll der Resistenzmechanismus der Mutter auf das Ungeborene übertragen werden, sodass das Kleinkind für mehrere Monate vor dem RSV-Virus geschützt ist. Damit könnte man beispielsweise Synagis verdrängen, das 1,5 bis 2 Milliarden Umsatz macht.“

Für die Zukunft bestens gerüstet

BB Biotech kann in seiner 25-jährigen Geschichte eine beeindruckende Entwicklung vorweisen. In Zukunft will das Unternehmen verstärkt auf neue therapeutische Indikationen setzen und damit die Chancenseite noch einmal kräftig aufbessern. Zudem könnte durchaus der eine oder andere weitere Übernahmekandidat bereits im Portfolio schlummern. Für Anleger, die ein Einzelinvestment im Biotech-Sektor scheuen, führt an der Beteiligungsgesellschaft BB Biotech auch in Zukunft kein Weg vorbei. Anleger sollten sich den morgigen Freitag vormerken. Hier veröffentlicht BB Biotech die neue Portfolio-Zusammensetzung per 31. Dezember 2018.

 

Dieser Artikel ist bereits in Ausgabe 03/2019 des AKTIONÄR erschienen, die Sie hier herunterladen können.