09.02.2017 Marion Schlegel

Bayer mit starken Studiendaten, Monsanto-Deal weiter im Fokus

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Bayer
Trendthema

Der Pharma- und Agrochemiekonzern Bayer hat mit seinem wichtigsten Pharmamittel Xarelto einen Erfolg in Phase 3 der klinischen Tests erzielen können. Bei einer abschließenden klinischen Studie sei der primäre Endpunkt vorzeitig erreicht worden, teilte der Konzern am Mittwoch mit. In der Compass-Studie war der Wirkstoff des Gerinnungshemmers (Rivaroxaban) bei Patienten mit koronarer Herzkrankheit oder peripherer arterieller Verschlusskrankheit untersucht worden. Das Mittel habe eine "überragende Wirksamkeit" gezeigt, so in einer Mitteilung.

Das unabhängige Data Monitoring Committee (DMC) hat eine geplante Zwischenanalyse der bis jetzt vorliegenden Daten durchgeführt und in Folge dessen empfohlen, die Studie früher als geplant zu beenden, da der primäre Endpunkt an schweren kardialen Ereignissen die vordefinierten Kriterien für Überlegenheit erreicht hat. Aufgrund des Ausmaßes der gezeigten Wirkung sowie der Bestätigung des bekannten Sicherheitsprofils von Rivaroxaban werden Bayer, der Kooperationspartner Janssen und das Population Health Research Institute (PHRI) den Studienteilnehmern Rivaroxaban im Rahmen einer offenen Folgestudie anbieten. Die COMPASS-Studie ist die größte klinische Studie, in der Rivaroxaban untersucht wird. Eine komplette Analyse der Daten solle bei einem der nächsten medizinischen Kongresse vorgestellt werden.

Der Blutverdünner Xarelto ist der Top-Umsatzbringer im Pharmageschäft von Bayer. Allerdings gibt es immer wieder auch kritische Stimmen aufgrund angeblicher Nebenwirkungen.

Bürgerinitiative gegen Glyphosat

Die Augen bei Bayer sind derzeit aber vor allem auf die geplante Übernahme des US-Saatgutherstellers Monsanto gerichtet. Nachdem die Monsanto-Aktionäre dem Vorhaben bereits vor Wochen zugestimmt haben, liegt derzeit der Fokus auf der Erlangung der nötigen Genehmigungen durch die Kartellbehörden.

Gegenwind gibt es derzeit bereits von einer europäischen Bürgerinitiative, die bis Juni Millionen von Stimmen gegen das Monsanto-Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat sammeln und ein EU-weites Verbot durchsetzen will. Wenn mehr als eine Million Bürger aus mindestens sieben EU-Staaten eine registrierte Initiative unterstützen, könne diese die EU-Kommission ersuchen, in ihrem Sinne zu handeln, hieß es.

Bayer kann am heutigen Donnerstag im Zuge der guten Meldung aus dem Pharmabereich mehr als zwei Prozent zulegen. Zuvor gelang es, erfolgreich die 100-Euro-Marke zu verteidigen. Aufgrund der hohen Belastung durch den möglichen Monsanto-Deal bleibt DER AKTIONÄR allerdings langfristig skeptisch.