Nachdem der überraschende Erfolg von CXMT die Aktien von Nvidia, Micron, Broadcom zuletzt unter Druck gesetzt hat, ziehen die US-Chipwerte am Dienstag vorbörslich deutlich an. Grund dafür ist ein Medienbericht, demzufolge die US-Kommunikationsbehörde FCC Pläne für ein massives Importverbot von chinesischen Rechenzentrums-Komponenten vorantreibt. DER AKTIONÄR beleuchtet, was es damit auf sich hat.
Wie Reuters unter Berufung auf Insider berichtet, arbeitet die Federal Communications Commission (FCC) an restriktiven Maßnahmen, um die kritische Infrastruktur amerikanischer Rechenzentren vor potenzieller Spionage, Schadsoftware und Datenabfluss durch ein Einfuhr-Embargo zu schützen.
Im Zentrum des geplanten Verbots stehen neue Modelle optischer Transceiver. Diese High-Speed-Komponenten sind das unsichtbare Rückgrat moderner Supercomputer. Sie sorgen dafür, dass riesige Datenmengen blitzschnell über Glasfaserkabel innerhalb von Rechenzentren transportiert werden können – ein entscheidender Faktor für das Zusammenspiel von Grafikprozessoren (GPUs), wie sie unter anderem von Branchenprimus Nvidia und anderen US-Schwergewichten für das Training und den Betrieb von KI-Modellen eingesetzt werden.
Derzeit pumpen US-Tech-Giganten wie Alphabet und Amazon Hunderte Milliarden Dollar in den rasanten Ausbau ihrer KI-Infrastruktur (mehr dazu in der Titelstory der aktuellen Ausgabe), um im globalen Wettlauf nicht ins Hintertreffen zu geraten. Bislang greifen die Konzerne dabei auch auf preisgünstigere oder hochspezialisierte Komponenten aus dem Ausland zurück.
Sollte Trump den Bann nun formal umsetzen, trifft dies chinesische Marktführer wie Zhongji Innolight oder Eoptolink hart. Zhongji Innolight, das ohnehin bereits auf einer Liste des Pentagon mit Verbindungen zum chinesischen Militär geführt wird – ein Vorwurf, den das Unternehmen zurückweist –, droht damit der wichtige US-Markt wegzubrechen. Profiteure sind dagegen klar die US-Konzerne und hier vor allem Lumentum, Fabrinet, Ciena und Applied Opto. Letztere hatte DER AKTIONÄR ebenfalls erst in der aktuellen Ausgabe zum Kauf empfohlen. Inzwischen liegt das Papier rund 50 Prozent vorne.
Doch auch die klassischen Chipproduzenten ziehen am Dienstag vor dem Handelsstart an der Wall Street an: Nvidia gewinnt rund zwei Prozent, Broadcom fast drei Prozent und Micron sattelt rund fünf Prozent drauf. Letztere ist übrigens ebenfalls eine Neuempfehlung aus der aktuellen Ausgabe.
Die Chipaktien drehen wieder auf. DER AKTIONÄR bleibt für Nvidia, Applied Opto und Micron bullish. Wer keine Empfehlung mehr verpassen will, sichert sich jetzt das E-Paper-Monatsabo für nur 9,90 Euro statt 33,00 Euro.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Nvidia.
Aktien von Nvidia und Micron befinden sich in einem Real-Depot der Börsenmedien AG.
Heute, 14:34
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