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Apple lässt Microsoft und Google bluten: War das der geheime Masterplan?

Apple lässt Microsoft und Google bluten: War das der geheime Masterplan?
Foto: Justin Sullivan/Staff/GettyImages
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Philipp Schleu Heute, 11:30 Philipp Schleu

Lange galt Apple an der Börse als der große Nachzügler im Bereich der Künstlichen Intelligenz. Doch ein aktueller Strategiewechsel zeigt nun: Der iPhone-Konzern baut eine lukrative Mautstelle auf, während die Konkurrenz Hunderte Milliarden verbrennt.

Apple plant laut Medienberichten, seinen Sprachassistenten Siri mit dem Update auf iOS 27 für konkurrierende KI-Modelle zu öffnen. Künftig können Nutzer verschiedene Dienste über Apps direkt einbinden. Damit vollzieht Apple einen harten Strategiewechsel. Statt eine eigene, geschlossene Lösung zu erzwingen, wird Siri zur neutralen Schaltstelle.

Hier buhlen bald unterschiedliche KI-Dienste um den Zugang zu weltweit über einer Milliarde aktiven Apple-Geräten. Der Nutzer spricht weiterhin mit Siri. Im Hintergrund liefert jedoch je nach Bedarf ein Sprachmodell von Google, ein Coding-Spezialist von Microsoft oder ein anderer Produktivitäts-Bot die Antwort. Apple mutiert vom KI-Nachzügler zum Orchestrator.

Apple (WKN: 865985)

Die Milliardenfalle der Konkurrenz

Während Microsoft, Google und Meta frühzeitig Milliarden in große Sprachmodelle investierten, blieb Apple still. Der Grund: Das Management sparte sich einen extrem teuren Wettlauf. Seit der Veröffentlichung von ChatGPT ließen die Tech-Riesen ihre Investitionsausgaben regelrecht explodieren. Seit 2022 schoßen die jährlichen Ausgaben der Branche auf rund 200 bis 450 Milliarden Dollar hoch. Das Geld fließt vor allem in Rechenzentren und Spezialchips.

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Quelle: x.com/TheShortBear

Auch der rasante technische Verschleiß drückt auf die Bilanzen der Konkurrenz. Wer 2023 oder 2024 Milliarden in ein eigenes Rechenzentrum und ein Sprachmodell gesteckt hat, besitzt 2026 eine veraltete Infrastruktur. Neue, bessere Modelle kommen im Rhythmus von zwölf bis achtzehn Monaten auf den Markt. Entsprechend hoch sind die Abschreibungen. Apple hat diesen Wettlauf bewusst ignoriert. Der Konzern hat kaum nennenswerte Summen in die eigene KI-Infrastruktur investiert und muss heute keine unrentablen Ausgaben rechtfertigen.

Apple (WKN: 865985)

Die neue Mautstelle im Ökosystem

Vor diesem Hintergrund wirkt Apples Ansatz plötzlich analytisch durchdacht. Andere Konzerne haben bezahlt, um die KI-Standards von morgen überhaupt erst zu entwickeln. Apple stellt mit iOS und Siri nun lediglich die Schnittstelle zu den Endkunden bereit. Läuft das Geschäft wie beim App Store, wird Apple nicht nur kuratieren, wer in das System darf. Der Konzern sichert sich auch einen Anteil an den Erlösen.

Eine Abgabe von 30 Prozent auf KI-Abonnements oder In-App-Käufe erscheint wahrscheinlich. Während die Wettbewerber weiter Milliarden in die nächste Modellgeneration pumpen, kassiert Apple an der Mautstelle Siri. Das bedeutet hohe Margen bei minimalem eigenen Kapitaleinsatz. Zudem behält Apple die volle Kontrolle über den Datenschutz und die Nutzererfahrung.

Die geplante Öffnung von Siri ist mehr als ein technisches Update. Sie macht die rätselhaft wirkende KI-Strategie von Apple schlüssig. Anstatt früh und teuer mitzulaufen, nutzte der Konzern seine Marktmacht bei der Hardware und wartete ab. Apple hat im Gegensatz zur Konkurrenz praktisch kein Geld in die erste, extrem teure KI-Runde gesteckt. Nun lässt das Unternehmen die Modelle anderer Anbieter auf Siri laufen und schöpft über den App-Store-Mechanismus Gewinne ab. Wer Apple an der Börse bislang als KI-Verlierer bewertet hat, muss diese These überprüfen. Die vermeintliche Schwäche entpuppt sich als handfester strategischer Vorsprung.

Apple hat im Gegensatz zur Konkurrenz praktisch kein Geld in die erste, extrem teure KI-Runde gesteckt. Nun lässt das Unternehmen die Modelle anderer Anbieter auf Siri laufen und schöpft über den App-Store-Mechanismus Gewinne ab. Man könnte fast meinen, dass es von Anfang an so geplant war. Anleger sollten für einen Neueinstieg ein Kaufsignal abwarten. DER AKTIONÄR bleibt für Sie weiter dran.

Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Apple, Microsoft.

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