05.04.2019 Benedikt Kaufmann

Apple: Diese Gefahr ist neu

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Apple
Trendthema

Der schnelle Mobilfunkstandard 5G ist aktuell in aller Munde. Doch ausgerechnet Mobile-Titan Apple droht den neuen Trend zu verschlafen, denn ein 5G-fähiges iPhone dürfte erst 2020 auf den Markt kommen.

Probleme mit Zulieferern

Das Problem liegt bei Intel. Der Chip-Hersteller kann die 5G-Modems (XMM 8160) erst ab der zweiten Jahreshälfte ausliefern. Es dürfte damit bis 2020 dauern, dass Apple seine Geräte mit der neuen Netzwerktechnik anbieten kann. Und auch dieser Termin ist nicht sicher, denn Intel hatte bereits bei der Entwicklung des ersten 5G-Modems (XMM 8060) zu kämpfen. Der Chip hat es nie zur Marktreife geschafft.

Eine Wahl bleibt Apple leider nicht, denn der Konzern ist auf Intel angewiesen. Weder Qualcomm noch Samsung wollen ihre bereits am Markt befindlichen 5G-Chips an Apple liefern. Angesichts der Konkurrenz zwischen den beiden Smartphone-Herstellern und den anhaltenden Patent-Streitigkeiten ist es kein Wunder, dass Apple hier sitzen gelassen wird.

Neben Samsung und Qualcomm gibt es noch einen weiteren Anbieter, der bereits ein 5G-Modemchip anbietet: Huawei. Doch der Konzern verkauft seine Chips nur ungern an andere Firmen und gleichzeitig gibt es gegenüber den Chinesen Sicherheitsbedenken.

Lieferschwierigkeiten haben Auswirkungen

Wie sehr sich die Lieferproblematik auswirkt, dürfte jedoch davon abhängen, wie schnell die 5G-Netze tatsächlich ausgebaut werden. Die Entwicklungsstände sind hier je nach Region verschieden. Während die Südkoreaner in dieser Woche als erstes Land der Welt ein flächendeckendes 5G-Netz starteten, hinkt Deutschland hinterher. Hierzulande neigt sich gerade erst die Versteigerung der 5G-Lizenzen dem Ende entgegen.

Fest steht jedoch, dass Apple aufgrund des langsameren Lieferanten technologisch nicht mit der Konkurrenz mithalten kann. Die iPhone-Verkäufe könnte dies noch weiter schwächen, denn der US-Konzern hat ohne die 5G-Funktion ein Argument weniger, weshalb bestehende iPhone-Besitzer auf die neue Version umsteigen sollten.

Anleger sollten sich jedoch nicht verunsichern lassen. Das Management versucht aktuell die Equity-Story des Unternehmens weg vom iPhone hin zum Services-Geschäft zu lenken. Zu Recht, denn das rasante Wachstum rund um AppStore, iCloud und Co zeigt, dass hier die Zukunft des Konzerns liegt. Sicherlich bleibt das Erfolgsprodukt iPhone problematisch, doch der Konzern ist nicht mehr auf das Wachstum der Mobile-Verkäufe angewiesen. Die Chance auf künftiges Services-Wachstum ist angesichts eines 19er-KGVs von 17 jedoch attraktiv bewertet. DER AKTIONÄR empfiehlt: Dabeibleiben und dem Aufwärtstrend folgen!

Der Vorstandsvorsitzende und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die durch die durch die Publikation etwaig resultierende Kursentwicklung profitieren: Apple.