22.08.2018 Benedikt Kaufmann

App-Store-Gewinne von Apple und Alphabet in Gefahr

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App Store und Play Store sind wichtige Einnahmequellen für Apple und Alphabet. Doch damit könnte bald Schluss sein. Denn vielen Software-Entwicklern sind die Gebühren, welche die Internet-Giganten für ihre Marktplätze verlangen, viel zu hoch. Es regt sich Widerstand.

Apple und Alphabet haben ihre App Stores bereits 2008 gegründet und erschufen auf diese Weise den Brutkasten einer 82 Milliarden Dollar schweren App-Economy. Software-Entwickler, die ihre Apps auf den Marktplätzen vertreiben wollen, zahlen jedoch einen hohen Preis. So verlangen beide Konzerne Kommissionen von bis zu 30 Prozent – teilweise einigt man sich jedoch auch auf 15 Prozent.

Angesichts dieser hohen Gebühren und dem damit verbundenen Milliardengeschäft sieht Macquarie-Analyst Ben Schachter in Zukunft sowohl Regulierungen als auch zusätzliche Konkurrenz auf Apple und Alphabet zukommen. Sollten die gemischten Raten jedoch auf fünf bis 15 Prozent zurückfallen, rechnet der Analyst mit dramatischen Folgen für die Bilanzen der Internet-Giganten. In diesem Fall dürfte sich laut Schachters Berechnungen das EBIT von Apple beispielsweise um 21 Prozent verringern.

Besonders kritisch sind Fälle, in denen Apple oder Alphabet selbst in dem Geschäftsfeld des App-Entwicklers tätig werden. Beispiel Spotify: Der schwedische Musik-Streamer schickte daher seinen Kunden eine Mail mit der Bitte, über den App Store bezogene Abos zu beenden. Heute kann man zwar den Dienst über den App Store herunterladen, der Premium Dienst kann jedoch nicht gebucht werden.

Sicherlich kann man sich über die Notwendigkeit von Mittelsmännern im digitalen Vertrieb streiten – 30 Prozent Gebühr für einen automatisierten Dienst sind jedoch zu hoch. Insbesondere, da sich nur die großen Entwickler leisten können, nicht im App oder Play Store vertreten zu sein. Die Kleinen müssen zahlen.

Anleger sollten sich dem Risiko sinkender Store-Gebühren bewusst sein. Wirklicher Handlungsbedarf besteht an dieser Stelle jedoch nicht. Sowohl Apple und Alphabet bleiben weiterhin Top-Favoriten des AKTIONÄR.

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