11.12.2018 Andreas Deutsch

Amazon: Vier Gründe, warum der Gigant wächst, wächst und noch mal wächst

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Nachdem es zwischenzeitlich so aussah, dass die Amazon.com-Aktie die 200-Tage-Linie nachhaltig überwinden könnte, meldeten sich die Bären wieder zurück. Damit geht die Achterbahnfahrt weiter. Während die Charttechnik zur Vorsicht mahnt, gibt es fundamental nichts zu meckern beim Bezos-Konzern.

19 Prozent hat Amazon seit dem Rekordhoch bei 2.050 Dollar Anfang September verloren. Zwischenzeitlich waren es sogar 25 Prozent. Die Aktie ist drauf und dran, ein Death Cross auszubilden – also eine klar bearishe Chartformation.

Krise = Chance? Aus fundamentaler Sicht kann man bei Amazon nur sagen: absolut. Dafür gibt es vier gute Gründe.

1. Die Konjunktur läuft in vielen Ländern nach wie vor einwandfrei. Das Weihnachtsgeschäft dürfte für Amazon top werden. In Deutschland geben die Leute dieses Jahr 472 Euro im Schnitt für Weihnachtsgeschenke aus – das ist einer der höchsten Werte seit Jahren. Die Amerikaner gehen im Zeitraum von Anfang November bis Ende Dezember für 1.000 Milliarden Dollar shoppen. Ebenfalls ein Top-Wert.

2. Amazons Cloudsparte entwickelt sich prima. Laut den Analysten Jefferies ist die Sparte 350 Milliarden Dollar wert. Ein Spin-off wird immer wahrscheinlicher. Das wäre ein Kurs-Boost für das Mutterschiff.

3. Das Geschäft mit der Gesundheit ist noch kaum im Amazon-Kurs eingepreist. Volumen allein in den USA: 3.500 Milliarden Dollar. Jeff Bezos hat eine Krankenversicherung gegründet und mit Pillpack einen Medikamentenversender übernommen. Und damit die Basis für eine dominante Rolle für Amazon geschaffen.

4. Ebenfalls noch kaum im Kurs eingepreist: das Potenzial von E-Commerce-Werbung. Die Media-Agentur Zenith sieht Amazon als Top-Profiteur. Geschätztes Volumen: 100 Milliarden Dollar.

Amazon bleibt eine Macht

Amazon 2018, das ist E-Commerce, Cloud, Entertainment, Lieferdienst, Healthcare, Kreditkarte, Werbung. Die Nachrichtenagentur Bloomberg hat ausgerechnet, dass der Bezos-Konzern im Jahr 2025 die 1-Billion-Dollar-Marke beim Umsatz überwinden dürfte. DER AKTIONÄR bleibt mittel- bis langfristig klar bullish. Ziel: 1.800 Euro, Stopp: 1.200 Euro.

Buchtipp: The Four

Cambridge Analytica, Datenleaks, Steuerflucht: Die Tech-Giganten Amazon, Apple, Facebook und Google – oder wie Marketing-Guru Scott Galloway sie nennt: die vier apokalyptischen Reiter – werden von Skandalen geplagt. Und doch sind sie mächtiger und erfolgreicher als je zuvor. Man kann sie weder ignorieren noch boykottieren. Sie haben mit ihren Geschäftsmodellen die Regeln des Wirtschaftslebens und die Voraussetzungen für Erfolg neu definiert. Scott Galloway führt vor, wie die Vier unsere grundlegenden emotionalen Bedürfnisse mit einer Schnelligkeit und in einem Ausmaß manipulieren, an die andere nicht herankommen. Und er zeigt, welche Lehren man aus ihrem Aufstieg für sein eigenes Unternehmen oder seinen eigenen Job ziehen kann. Ob man mit ihnen konkurrieren, mit ihnen Geschäfte machen oder einfach in der Welt leben will, die von ihnen beherrscht wird – man muss die Vier verstehen

Autoren: Galloway, Scott
Seitenanzahl: 320
Erscheinungstermin: 05.03.2020
Format: Softcover
ISBN: 978-3-86470-682-0