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23.11.2016 Benedikt Kaufmann

Amazon – die Konkurrenz sollte sich fürchten

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Amazon

Amazon kennt keinen Stillstand. Immer neue Ideen – immer neue Märkte – immer neue Expansion. Heißestes Projekt in der Amazon-Pipeline: Ausbau des Medienangebots.

Beim Musikstreaming wird Prime Music zu Music Unlimited weiterentwickelt, Prime Video soll bald weltweit verfügbar sein und Amazon Games bringt eigene Videospiele auf den Markt. Bald deckt das Amazon-Angebot alle Medien ab. Aktuell berichtet das Wall Street Journal, dass Amazon mit den großen amerikanischen Sportligen wie der National Basketball Association (NBA), der Major League Baseball (MLB) und der National Football League (NFL) über Rechte zur Live-Übertragung verhandelt.

Durch die Ausweitung des Prime-Angebots bindet der US-Konzern seine Kunden noch stärker an sich. Je mehr exklusive Dienste auf Prime geboten werden, desto lukrativer wird ein Abonnement. Amazon könnte das neue Sport-Paket ihren Prime-Kunden für einen Preisaufschlag anbieten. Profite erzielt Amazon dabei nicht nur durch die Abo-Kosten. Generell kaufen Prime Kunden mehr ein und sind eifrigere Nutzer der Amazon Hardware wie dem Kindle oder dem Fire TV.

Das Engagement der großen US-Internetkonzerne im Bereich der Sportübertragungen ist nichts Neues. So gelang es Twitter, die exklusiven Rechte für zehn NFL-Spiele zu ergattern. Aber auch Facebook streamte bereits ein Benefizspiel von Manchester United.

Spotify und Netflix dürften sich über Amazons Expansion im Mediensegment bereits Sorgen machen. Aber auch traditionelle Medienkonzerne geraten weiter unter Druck. Live-Sport ist für die unter schwindenden Abonnenten leidenden TV-Firmen ein kritisches Element, um ihre Kabelangebote attraktiv zu halten.

Die Stärken des Kerngeschäfts E-Commerce sowie das unablässige Vordringen in neue Geschäftsfelder verhelfen Amazon zu starkem Wachstum. Experten erwarten in den nächsten fünf Jahren ein durchschnittliches Jahreswachstum von 18 Prozent. Für ein Unternehmen mit Umsätzen jenseits der 100 Milliarden Dollar ein überragender Wert.

Entsprechend sehen Goldman Sachs, JPMorgan und Credit Suisse den Zielkurs von Amazon bei über 1.000 Dollar. Der Weg dorthin hat sich jedoch verlängert. Schwache Quartalszahlen und der Trump-Sieg kosteten die Aktie rund 15 Prozent. Seit einer Woche versucht die Aktie diesen Rücksetzer auszubügeln und bewegt sich wieder auf dem Kursniveau vor der US-Wahl.

Anleger lassen die Gewinne laufen. Auch der Aktionär setzt ein vierstelliges Kursziel: 1.000 Euro.

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ISBN: 9783864700958
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Art: gebunden
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