Mega‑Boom‑Aktien: Früh dran sein, Chancen nutzen!
16.10.2020 Andreas Deutsch

Altria: Beispielloser Absturz

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Altria Group

Die Altria-Tochter Juul wirft in Deutschland das Handtuch. Man werde sich zum Jahresende aus dem hiesigen Markt zurückziehen, so ein Firmensprecher. Die Produkte seien noch im Handel erhältlich, solange der Vorrat reiche. Juul war großer Hoffnungsträger. Der Niedergang der Marke spiegelt sich im Aktienkurs wider.

Nach einer Kürzungswelle im Mai hatte die Deutschland-Tochter zuletzt nur noch etwa ein Dutzend Mitarbeiter, ihnen wurde gekündigt. Man müsse „Prioritäten setzen, um langfristig erfolgreich zu sein", so das Unternehmen.

Dadurch könne man in Forschung und Entwicklung und künftige Produkte „in Kernmärkten" investieren.

Bereits im Sommer war das Österreichgeschäft beendet worden, auch in der Schweiz kommt nun das Aus.

Juul ist in den USA für hochdosierte Verdampfer bekannt – damit sollen auch Kettenraucher als Kunden gewonnen werden, die aus dem Tabakrauchen aussteigen wollen und viel Nikotin gewohnt sind. Hierzulande sind die Juul-Produkte aufgrund von EU-Vorgaben deutlich schwächer dosiert.

Juul galt nach seiner US-Markteinführung 2015 lange Zeit als boomendes Start-up, Ende 2018 stieg der US-Tabakriese Altria für 12,8 Milliarden Dollar bei dem Unternehmen ein und sicherte sich 35 Prozent der Anteile. Heute dürfte der Anteil deutlich unter vier Milliarden Dollar wert sein.

Der rasante Niedergang von Juul ist in der früher so erfolgsverwöhnten Tabakbranche ohne Beispiel. In den USA haben in diesem Jahr 1,6 Millionen Teenager den E-Zigaretten abgeschworen. Insgesamt sind es nur noch 3,6 Millionen junge Konsumenten.

Altria Group (WKN: 200417)

Die Probleme von Juul sind ein wesentlicher Grund für die schwache Performance der Altria-Aktie. Zuletzt hatte es – zumindest für Trader – ganz vielversprechend ausgesehen, als der Titel Kurs auf die 100-Tage-Linie nahm. Doch das Break blieb aus, die Aktie schaltete wieder in den Rückwärtsgang. Derzeit einziges Positiv-Argument: die Dividendenrendite liegt bei 8,8 Prozent.  

(Mit Material von dpa-AFX)