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08.09.2017 Nikolas Kessler

Allianz: So hoch ist der Schaden durch Tropensturm „Harvey“

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Wirbelsturm „Harvey“ war Ende August auf die osttexanische Küste geprallt und hat dort verheerende Schäden angerichtet. Gouverneur Greg Abbott schätzte die Kosten für den Wiederaufbau zuletzt auf umgerechnet rund 152 Milliarden Euro. Auch für Versicherungen könnte es teuer werden.

Der Versicherer Allianz taxiert die eigene finanzielle Belastung durch Hurrikan „Harvey“ auf höchstens 220 Millionen Euro. „Das ist die wahrscheinliche Obergrenze und die tatsächlichen Forderungen an die Gruppe können auch darunter fallen“, so Finanzchef Dieter Wemmer am Freitag. Versicherte Schäden seien teilweise durch Winde und Überschwemmungen verursacht worden, aber auch Geschäftsunterbrechungen bei Firmen könnten schnell sehr teuer werden.

Bezüglich möglicher Kosten durch den Sturm Irma, der aktuell in der Karibik wütet und am Wochenende über Florida hinwegfegen soll, wollte Wemmer nicht spekulieren. „Bevor der Sturm nicht vorüber ist, wäre jede Schätzung ein Ratespiel.“ Er betonte jedoch, dass die Allianz mit ihrem Rückversicherungsschutz gut auf solche Ereignisse vorbereitet und das Schadenspotenzial der Gruppe begrenzt sei.

Milliarden-Schäden bei Rückversicherern

Härter treffen dürfte es die Rückversicherer. Bei ihnen werde „Harvey“ laut Berechnungen der Ratingagentur Standard & Poor‘s (S&P) mit rund sechs Milliarden Dollar zu Buche schlagen – allerdings ohne Schäden durch Betriebsunterbrechungen. Trotzdem sei „Harvey“ ist kein Ereignis, dass das Kapital der Branche angreifen werde, so S&P-Direktor Johannes Bender. Dass die erwarteten Kosten bei den Erst- und Rückversicherern deutlich geringer ausfallen als die Schätzung von Gouverneur Abbott liegt vor allem daran, dass nur ein Bruchteil der Schäden versichert war.

Aktie bleibt ein Kauf

Die Allianz-Aktie reagiert am Freitag kaum auf die Meldung und notiert vor dem Wochenende mit einem moderaten Kursplus im DAX-Mittelfeld. Fundamental und charttechnisch präsentiert sie sich unverändert, weshalb die Kaufempfehlung des AKTIONÄR auch weiterhin Gültigkeit besitzt.

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